2. Bericht der SY TARA 2026 Paloi auf Nisyros, Sonnabend,30. Mai 2026
Early Birds!
Am 18. Mai kriegten wir in Lipsi von den Vereinskameraden des SVSt - Björn, Sven, Timo und Henning- Besuch, die mit ihrer Charteryacht NAILAH seit 2 Tagen aus Kos unterwegs waren. Auf der Terrasse von „ Manolis Tastes“ verbrachten wir zusammen einen schönen Abend.
Für beide Boote sollte ja nun morgens weitergehen, die einen nach Astipalia, wir nach Xirokampos im Süden von Leros.
Diesmal passte der Wind für uns gut entlang der Westküste Leros nach Xirokampos. In der Bucht ist noch genug Platz zum Ankern. Nach 2 Versuchen ist der Skipper mit der Ankerposition zufrieden, aber er guckt dann nach dem Einfahren des Geschirrs auch selbst nochmal mit der Taucherbrille nach.
Das Wetter ist zugezogen, unter der Sprayhood ist es auszuhalten. Abends wird eine Fahrt mit dem Dinghi zu ALONI unternommen, wo wir die einzigen Gäste sind. Für den nächsten Tag soll der Wind noch mehr auffrischen; da bleiben wir an Bord und kochen selbst. Inzwischen verstecken sich etliche weitere Yachten hier in der Bucht.
In der 2. Nacht lässt der Wind nach, aber wir sind früh wach und entschließen uns, westlich an Kalymnos durch die Telendos Strait bis nach Pothia in den Hafen zu segeln. Denn für Sonnabend sind Gewitter vorhergesagt, da fühlen wir uns im Hafen sicherer. Und gut, dass wir schon mittags da sind, denn ab 14 Uhr wird es voll. Diesmal keine Charteryachten, sondern viele Eignerboote, die wir aus Leros kennen.
Das Gewitter kommt nachts mit ergiebigem Regen bis morgens, dann klart es langsam wieder auf.
Am Sonntag besteht ein Wetterfenster für den weiten Weg nach Astipalia, wenn wir früh aufbrechen, bevor der Wind nachmittags auf West dreht. Zum Glück endet die Bouzouki-Musik aus der Taverne gegenüber um Mitternacht.
Noch vor Wecker sind wir wach, da unsere Nachbarn sich schon lauthals verständigen, und Probleme mit dem Ankeraufgehen (Kettensalat) haben.
Noch in der Bucht werden die Segel gesetzt, dann geht’s mit halbem Wind gut voran. Zweimal müssen wir unmarkierten Messbojen (?) ausweichen und einen Frachter vor uns durchgehen lassen. Insgesamt kreuzen erstaunlich viele Frachter und Tanker unsere Route, aber dank AIS können wir sehr gut abschätzen, ob es passt.
Astipalia taucht im Dunst auf, die Wellenhöhe und der Wind nehmen zu. Die italienische Ketsch, die neben uns lag, ist auf gleichem Kurs unterwegs, und erstaunlicherweise sind wir schneller!
An der SE-Ecke von Astipalia wehts mit bis zu 20 kn nun mehr aus West, also hoch am Wind noch 5 Seemeilen bis in den Hafen. Da die Welle weg ist, düsen wir vor den Inselchen bis kurz vor Scala, wo rasch die Segel geborgen werden. Nach knapp 8 Stunden sind wir mit 49nm auf der Logge fest an der Pier. Der Italiener, der nach uns eintrifft, bezeugt uns seinen Respekt!
Die Pizzeria oberhalb des Hafens ist eine gute Wahl bei unserem Appetit. Hier sind die Preise noch moderat. Der Ort wirkt noch wie im Winterschlaf. Es wurden inzwischen viele neue Ferienappartements gebaut, die verödet daliegen. Hafengebühren werden nicht erhoben.
Am Montag erkunden wir die Insel nach allen Seiten, baden in Livadi, entdecken den fast leeren Speichersee, den Industriehafen Port Andreas und den abgesperrten Flugplatz. In der Bucht von Vathi liegt kein einziges Boot.
Am Dienstag verlassen wir den Hafen früh als Erste, um noch guten N bis NW Richtung Nisyros zu erwischen. Es geht flott zur Sache, wieder mit viel Welle. Kurz vor der Westecke Kos schläft der Wind langsam ein, und auf der Höhe von Nisyros müssen wir die Segel schließlich bergen. Der Wetterbericht hat diesmal gestimmt. Nach gut 7 Stunden machen wir im Hafen von Paloi an der Südpier fest.
Ein Glück, dass wir so früh hier ankamen, denn wir erwischten die letzte gute Lücke. So voll haben wir den Hafen noch nie gesehen im Mai, besonders auffallend die riesigen Charterkatamarane.
Abends sind wir mit Dave und Bev von der „Whight Egret“ im APHRODITE verabredet, die von Tilos zurück auf dem Rückweg sind. Wiedersehen in der Marina im Juni!
Wir Drei brauchen nach den letzten anstrengenden Etappen jetzt wieder mal eine Erholungspause. Zum Glück ist nun auch das Wasser angenehm warm. Nächste Woche wollen wir uns langsam wieder nach Norden aufmachen, damit wir spätestens am 20. Juni wieder in Leros in der Marina sind.