Drei SVSt Teams beim Helga Cup in Hamburg
„Ach, der Helga Cup… das ist doch diese Spaß-Regatta, nicht?“ Hm… was soll man sagen. Spaß macht es, auf jeden Fall. Aber Spaß-Regatta? Nein. Ganz sicher nicht. Aber von vorn. Dieses Jahr waren drei Steuerfrauen vom SVSt mit teils gemischten Crews dabei: Melanie Aalburg schon zum 6. Mal, als Quadriga Sailing Team und Crew aus dem SC Ahoi und DHH. Tina Wieczorek für die Berolinas, zum ersten Mal dabei mit dem einzigen reinen SVSt-Team. Anja Köhler mit teils neuer Crew und Verstärkung aus Niedersachsen zum dritten Mal am Start. Als nicht-segelnder Joker hatte sich schon in den vergangenen Jahren Frank Cobau bewährt, der überall da ist, wo eine Hand gebraucht wird. Oder zwei. Ebenso bewährt: Melanie Cobaus Mutter Maria, extra angereist, um unseren Tisch und unsere Wertsachen im Blick zu behalten und — falls nötig — Futter-Nachschub zu besorgen. Vorbereitung und Organisation durch den Norddeutschen Regattaverein (NRV) waren wie immer sehr professionell. 360 Seglerinnen aus 8 Ländern, in zwei Bootsklassen: J/70 für die meisten, und R/S Venture für die Inklusionsseglerinnen. Viele bekannte Gesichter, beim Orgateam, dem Umpire-Team und den Seglerinnen. Ein familiäres Gefühl.
… in Böen 7
Was der NRV leider nicht im Griff hatte, war das Wetter. Freitag Mittag war es noch schwach windig, im Laufe des Tages nahm der Wind immer weiter zu und erreichte in Böen gut 7bft. Ein Mix aus Wolken, Schauern und Sturzregen. So sollte es auch Samstag und Sonntag bleiben. Alstertypisch drehte der Wind auch munter. Das machte nicht nur das Segeln tricky, es musste auch die Regattabahn immer wieder angepasst werden. Gesegelt wurden Kurzwettfahrten auf einem up-and-down-Kurs. Die Regeln hierfür sind speziell, so gibt es beispielsweise ein Zeitlimit, in dem die Bahn abzusegeln ist. Und jedes Boot muss spätestens 5 Minuten nach dem Zieldurchgang des ersten Bootes die Linie passieren, sonst wird es als DNF gewertet — eine bittere Erfahrung für die Berolinas in einer Wettfahrt. Möglicherweise war das der Kick, der die Crew dann in einer der nächsten Wettfahrten zu einem dritten Platz trieb.
Segelst du noch, oder schwimmst du schon?
Härtere Erfahrungen mussten andere Teams machen, die trotz des böigen Windes Gennaker gesetzt hatten und den nicht beherrschten. Manche Wettfahrten glichen komplexen Ballett-Choreographien, doch waren es nur zahlreiche Sonnenschüsse. Dabei gingen immer wieder auch Seglerinnen über Bord. Am schlimmsten traf es den ASV Berlin. Dessen RasMusen verloren bei einem Sonnenschuss gleichzeitig Steuerfrau und Focktrimmerin. Glücklicherweise waren die Motorboote des NRV immer schnell zur Stelle. Besonders wichtig war das auch bei den Inklusionsseglerinnen. Nicht nur für die Havarierten stellte sich die Frage: wie und wo die Klamotten trocknen? Pullover, Jacken und sogar Sport-BHs wurden unter den Frauen bereitwillig verliehen.
Der Helga-Cup-Spirit
Und das ist es, was den Helga Cup ausmacht: der viel beschworene Helga Cup-Spirit. Bei aller Konkurrenz, bei allem Wettbewerb ist es auch ein Miteinander. Es ist Unterstützung, es ist ein Hand-Reichen, es ist voneinander lernen. Miteinander wachsen. Das gilt für manche Teams sicher mehr als für andere, insgesamt aber geht es auch darum: als Frauen zusammenhalten in einem noch immer männerdominierten Sport. Sichtbar sein. Und eben keine Spaß-Regatta oder Kaffeefahrt zu segeln. Sondern bei harten Bedingungen zu fighten und den Sport auszuüben den, wir lieben. Gemeinsam.
Changermaker’s Race
A propos Sport: Melanie lag mit ihren Quadrigas auf Kurs Finale, in der letzten Wettfahrt der Opening Series bis kurz vor der Ziellinie auf Platz zwei – aber die Wettfahrt ist eben erst beim Überqueren der Linie vorbei: direkt davor knallte eine Böe rein, auch die zusätzlich gezogene Fock konnte den Gennaker nicht genügend entlasten, der Sonnenschuss unausweichlich. Und damit der Finaleinzug knapp verpasst. Bitter, weil Quadriga auch vergangenes Jahr ebenso knapp am Finale vorbei geschrammt ist. Die „ersten Leidtragenden“ konnten anschließend im kleinen Finale, im Changemaker’s Race segeln, und da sicherte Melanie sich den 1. Platz. Team Havellotten (Anja Köhler, Angelika Schneider, Antonia Gfrörer (alle SVSt) und Bärbel Hachenberg, Hannoverscher Yacht Club) ersegelte den 42. Platz und die Berolinas (Tina Wieczorek, Claudia Böhm, Rita Zoller-Imiela, Melanie Cobau, alle SVSt) belegten den 55. Platz von 64 Crews. Den Gesamtsieg konnte sich zum 5. Mal Silke Basedow vom HSC sichern. Und wie immer gilt: nach dem Helga Cup ist vor dem Helga Cup. Tschüss Hamburg, bis nächstes Jahr. Zum 10-jährigen Jubiläum.
-
Foto: Sven Jürgensen
Foto: Sven Jürgensen
-
Foto: Sven Jürgensen
Foto: Sven Jürgensen
-
Foto: Sven Jürgensen
Foto: Sven Jürgensen
-
Foto: Sven Jürgensen
Foto: Sven Jürgensen
-
Foto: Anja Köhler
Foto: Anja Köhler
-
Foto: Anja Köhler
Foto: Anja Köhler
-
Foto: Anja Köhler
Foto: Anja Köhler
-
Foto: Anja Köhler
Foto: Anja Köhler
-
Foto: Anja Köhler
Foto: Anja Köhler
https://svst.de/segeln/j-24-j70/j-24-j-70-archiv#sigProId4495bc77fb
Fotos: Sven Jürgensen, Anja Köhler






























