Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel
Sturmvogel

Sturmvogel

Zwischen Berlin und Ostsee

Crew-Wechsel in Wolgast: Am Dienstag, dem 7. Juli, kommt Chrissie an Bord. Nach einem Hafentag startet der Donnerstag mit einem Irrtum: Um 08:45 Uhr wollen wir die Wolgaster Brücke passieren. Außer uns ist niemand da, das überrascht den Skipper. Tja, der Brückenzug war bereits um 7.45 h. Jetzt haben wir Zeit bis 12:45; das reicht für einen Gang zum Bäcker am Marktplatz, und um über unser nächstes Ziel nachzudenken. Wenig Wind und Regenwetter sind vorhergesagt. Statt für Seedorf oder den neuen Hafen Sellin entscheiden wir uns für Greifswald. Das verspricht auch bei Regenwetter Abwechslung, und von Wieck aus könnten wir mit dem Bus bequem in die Stadt fahren.

Kein großes Vergnügen bereitet uns die Fahrt Richtung Greifswald unter Motor im Landregen, doch vor der historischen Klappbrücke von Wieck finden wir einen guten Liegeplatz.

Ein Regentag in der Mahagonihöhle folgt. Tags darauf bei handigem Wetter werden die Räder ausgepackt, und wir radeln entlang der Ryck in die Stadt. In einem Café am eigentlich hübschen Marktplatz haben wir ein zweifelhaftes Vergnügen an Eisbecher und Sandwich, Lieferwagen verstellen den Blick auf das Markttreiben. Wir stocken unser Internetguthaben und Lebensmittel auf und im sehenswerten Haus der Universitätsbuchhandlung Leselektüre. Auf dem Rückweg geht‘s entlang des  Museumshafens mit seinen teils historischen Werften und Schiffen.  

Die Vorhersage für Sonntag, dem 12.Juli verspricht moderaten Wind und Sonne für unsere Überfahrt Richtung Sellin. Schon in der Hafenausfahrt sehen wir immer dunkler werdende Wolkenbänke, rund herum gibt‘s heftige Regenschauer mit Böen bis 24 kn (Beaufort 6) die auch uns erwischen. Bei diesen Windverhältnissen ist der Hafen von Sellin nicht empfehlenswert, naheliegend entscheiden wir uns für Seedorf. Am Forellensteg machen wir fest für saftige Liegegebühren von 17 €. Eine Wanderung führt uns nach Moritzdorf und weiter durch Baabe nach Sellin, per Bus und zu Fuß geht‘s bald wieder plattgelaufen zurück nach Seedorf zum Boot.

Am Dienstag wollen wir nach Stralsund, die Brücken-öffnung um 15.20 Uhr erwarten mit uns viele andere Segler, entsprechend groß ist der Andrang auf Liegeplätze an der Nord-mole. Der Skipper scheut die Boxensuche in den engen Gassen, und so motoren wir weiter – noch zwei Stunden nach Schaprode. Nach einem leckeren Abendessen draußen in Schillings Gasthaus setzt ergiebiger Landregen ein, nachts trommelt es heftig aufs Deck, und wir verbringen den nächsten Regentag in der Höhle. Donnerstagmorgen soll es nach Kloster auf Hiddensee gehen, die Rechnung geht auf und wir erwischen einen der letzten Liegeplätze, um 10 Uhr!!

Gestartet am Montag d. 29.Juni 2020 um 16 Uhr, schleusen wir in Lehnitz mit dem letzten Hub und übernachten oben an dem Wartefestmacher. Um 6 Uhr morgens geht es weiter. Wenig Schiffsverkehr; eine heikle Situation an der großen Baustelle vor Eberswalde, als ein Schuber quer im Fahrwasser in Postion an einen Bagger gebracht wird. Ich kringele und wartete ab. Der Schiffer zeigt mir beim Vorbeifahren seine blaue Tafel (Steuerbord an Steuerbord passieren) und ruft dann freundlich ‚...so war‘s auch gut‘.

Ausgebremst in Karlskrona, Sonntag, 11. August 2019

Start bei 30 Grad am Dienstag, dem 11. Juni, nachmittags. Die Spandauer Schleuse ist geschlossen, das erfordert den Umweg über die Schleusen Charlottenburg und Plötzensee. Die Bombenfundstelle vor dem Lehnitzsee passieren wir ohne Probleme unter Deck, der Sturmvogel wird mit Steuerleinen sicher gelenkt, wir sehen ausreichend durch die Seitenscheiben. Enttäuschung: Die Wasserschutzpolizei ist nicht in Sicht. An der oberen Warteposition der Schleuse Lehnitz übernachten wir, heftige und stundenlange Gewitter mit Starkregen toben über uns.

Bei großer Hitze Weiterfahrt bis Gartz, Jürgen heuert ab und fährt zurück nach Berlin. Weiter geht’s zu zweit.

Am 13. Juni den Mast im AZS (Stettin) gestellt und Weiterfahrt am 15. nach Swinemünde bei achterlichem und bis zu 25 kn (Beaufort 6) Wind mit gerefften Segeln. Der Bordingenieur ist gefragt: Die Druckleitung tropft und eineinhalb Liter Diesel schwappt in der Motorbilge. Die Tropfstelle wird auseinander geschraubt, gesäubert und kräftig angezogen. Alles bleibt von nun an trocken.

Am Sonntag, 16. Juni, startet unser erster Versuch nach Bornholm zu segeln. Bis zu 25 kn Wind, Welle ca. 1,5 m, eine äußerst ruppige See und beginnende Seekrankheit lässt uns nach zehn Meilen umkehren, und wir legen einen Hafentag mit Bummeln durch Swinemünde und einem frühnachmittäglichen Cocktail ein. Am Dienstag segeln wir bei sehr viel angenehmeren Bedingungen in 12 Stunden nach Rönne/Bornholm. Nach einem Einkauf, auch im Fischgeschäft, gehen wir weiter nach Hammerhavn und machen das erste Mal in unserem Seglerleben mit Hilfe netter Menschen an einer Muringleine fest. Zwei Tage gönnen wir uns für die touristischen Highlights: Wanderung zum Opalsee und weiter nach Sandvig, dann natürlich auch der Weg zur Burgruine Hammershus.

Samstag, 22.Juni, vor der Hafenausfahrt im Kampf gegen hohe Grundseen wird das Groß gesetzt, bei NW 4 Bft schnelle Fahrt bei Halbwind, später raumt der Wind, Genua wird geborgen und Groß mit Bullenstander gesichert. Nach 11 Stunden fest im Karlskrona Stadthafen. Es ist Mittsommer-Feiertag, die meisten Läden sind geschlossen, ebenso Lidl hinter dem Bahnhof, nicht so die berüchtigte Eisdiele.

Sonntag, 23. Juni, vollgetankt und Fahrt im inneren Fahrwasser nach Sandhamn. Im originellen Hamnkrog vom umtriebigen Wirt leckere Fish & Chips bei tschechischem Bier für 500 Kronen genossen. Nächsten Tag geht’s weiter nach Kristianopel. Auf der nahen Bühne spielt eine Band mit Sängerin zum Tanz auf, eine ansteckend, fröhliche Sommerabend Atmosphäre.

Am Dienstag wird bei wenig Wind der Spi gesetzt, doch es reicht nicht bis Kalmar, wir laufen Mörbylonga an; ein ruhiger Hafen und sehr freundliches Hafenmeisterpaar. Der Skipper nimmt ein erstes Bad im Meer, und großes Wäschewaschen folgt.

Nächsten Tag geht’s nach Kalmar unter Motor, hier treffen wir die SY 'PrimaDonna'. Zwei Abende verbringen wir mit ihnen.

Freitagmittag, 28. Juni, machen wir los mit dem Ziel Sandvik auf Öland. Nachlassender Wind lässt uns in Borgholm einlaufen. Intensiver Soundcheck für ein Festival ist ein Anschlag auf die Ohren und verleidet den Hafen. Sehr früh am Morgen lösen wir die Leinen, Kurs Nord, Ziel ist die Insel Spärö. Anfangs gute Fahrt mit Raumschotsbrise, später raumend, dann nachlassend, schlussendlich unter Motor. Gut geschützt verbringen wir unsere erste, ruhige Nacht vor Anker.

Bei zunehmendem Wind - wir sehen 20 kn auf dem neu eingebauten Windmesser - rauschen wir außerhalb der Schären mit Kurs NNE, und nach 20 nm ins innere Fahrwasser bei der Insel Kvädö zum Naturreservat Stora Älö. Leider reicht der öffentliche Anleger nur für zwei Boote und ist schon besetzt, wir ankern frei. Die Temperatur steigt auf fast 30°, Erfrischung bringt ein Bad. Eine westliche Winddrehung zwingt uns, den Platz zu verlassen. Auch am zweiten Ankerplatz treffen heftige Böen seitlich auf das Boot. Der dritte Ankerplatz scheint geschützter, doch halten wir bis 0:30 h sicherheitshalber
Ankerwache.

Am Montag, 1. Juli, segeln wir im inneren Fahrwasser bei bis zu 30 kn (Bft 6) Wind mit gereffter Fock nach Arkösund und machen im Verein NSS fest. Ein Regentag folgt; gut um im etwas sehr bescheidenen Laden einzukaufen, das Boot zu putzen und faul zu lenzen.

Mittwoch, 3. Juli, richten wir unseren Kurs nach Landsort bei WSW bis 20 kn (5 Bft) und bis zu 7,2 kn Fahrt vorm Wind, dann gehen wir westlich von Öja nach Nord an den Fiskehamn Anleger Ankarudden. Tags darauf drückt uns Starkwind an die Reifen der Betonpier und nur mit Hilfe von zwei freundlichen Männern gelingt das Ablegemanöver. Nach 10 nm, erst mit Kurs Ost, dann Nord, erreichen wir den Gästehafen Nynäshamn im Regen. Höchsttemperatur 14°, nachts 8°. Zwei kleine, neugierige Fische muss der Bordingenieur aus der verstopften Klopumpe entfernen.
Am Nachmittag freuen wir uns auf das Eintreffen der 'Orion 3', wir begrüßen sie mit Sekt und Schnittchen. Ein Klönabend folgt an Bord des 'Sturmvogel' mit Quiche, leckerem, selbstgebackenem Brot, Salat und reichlich Wein.

Am Sonntag, 7. Juli, fahren wir mit dem Zug nach Stockholm, schlendern drei Stunden über den Ostteil von Kungsholmen mit dem Rådhuset, über Riddarholmen in die mit vielen anderen Touristen gefüllte Gamla Stan (Altstadt). Zurück zum Bahnhof, fahren wir nach Arlanda, um unser neues Crewmitglied Arne, 10 Jahre alt und Enkel Nr. 5, vom Flughafen abzuholen.

Schon Montag laufen wir jetzt zu dritt zu dem 18 Seemeilen entfernten Ankerplatz vor Brevik auf Ornö aus. Arne sprüht vor Energie, er will das Dinghi rudern und angeln. Wir sind gefordert von Arnes Lebendigkeit, ungewohnt nach den Wochen zu zweit. Das Wetter ist allerdings bescheiden, immer noch starker N-Wind, sehr kühl mit 15 Grad unter dunklen Wolken. Nächsten Tag geht’s nach Dalarö, wo Arne nächste, leider vergebliche Angelversuche unternimmt, wir gehen einkaufen und in der berühmten Bageri Kaffee trinken. Ralf und Arne nutzen am Abend begeistert die Sauna.

Mittwoch segeln wir in die beliebte und ideale Bucht Napoleonviken, mit Heckanker an 30 m Leine und ebenso langen Bugleinen, die Arne mit einem Sprung auf den Felsen um zwei Bäume ausbringt. Nachmittags füllt sich die Bucht zusehends, aber es ist herrlich ruhig, und Arne geht mit Dinghi auf Expeditionen, landet auf den umliegenden Eilanden an, klettert auf steile Felsen, sammelt sogar Blaubeeren. Er ist begeistert von all seinen Aktivitäten! Er lernt den Palstek zu knoten und nach mehreren Versuchen hat er Erfolg.

Nach einem zweiten Tag in dieser Bucht motoren wir mangels Wind am Freitag, 12. Juli, nach Stockholm und machen mit Arnes handfester Hilfe fest im betriebsamen Wasahamn. Sogleich besuchen Skipper und Arne das interessante Wasamuseum. Am
nächsten und letzten Tag für Arne steht Skansen auf dem Programm. Sonntag geht sein Flug zurück nach Berlin.

Heute, Montag, dem 15. Juli, zu zweit durch zunehmenden, ergiebigen Regen getigert und den geplanten Besuch des Fotografiska aufgegeben; die riesige Baustelle zwischen Slussen und Gamla Stan, wo eine Brücke durch zwei andere ersetzt wird, hätte einen weiten Umweg erfordert. Es ist Whisky-Wetter und der trockene Salon mit wärmender Lampe lockt uns zurück zum Boot.

Herzliche Grüße an alle nah und fern, fairen Wind und immer eine handbreit Wasser
unterm Kiel.

Die Crew vom Sturmvogel

Am Sonntag, 5. August, kommt diese Meldung abwechselnd aus der Mahagonihöhle und vom Sonnendeck des Sturmvogels im Hafen von Barhöft. Wie und warum wir hier hingekommen sind?

Gilleleje, 16. Juli bis 21. Juli 2017

Nach zwölf meist entspannten Tagen auf Hiddensee mit kulturellen Höhepunkten, einem Konzert mit Barock-Musik des Ensembles Tabula Rasa in der Kirche von Kloster, einer kenntnisreichen Führung durch das Asta-Nielsen-Haus mit Erläuterungen zu den von Max Taut auf Hiddensee gebauten Häusern durch Jana Leistner, und auch Sonnen- und kurzem Ostseebaden (wegen eisiger Wassertemperatur), einem verregneten Mittwoch mit versöhnlicher Abendsonne, einem Donnerstag mit Starkwind können wir uns von der Insel loseisen.

Freitag, 7. Juli 2017, Kloster auf Hiddensee

Diese Meldung kommt aus der Mahagoni-Höhle, dem Bauch des Sturmvogels. Wir sind nun 2 Wochen unterwegs und hatten gestern den ersten schönen Tag mit Sonne und angenehmen Temperaturen. Und wenn der kühle Nordwest Wind nicht gewesen wäre, hätte Chrissie auch längere Zeit am Strand verbracht und nicht nur einmal gebadet, bei gefühlten 15° Wassertemperatur.