Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel
Vita Mea

Vita Mea

Am 11.7. kam mein 20 jähriger Sohn aus Berlin. Wir blieben am Sonntag in Stralsund und liefen kreuz und quer durch die schöne Altstadt. Am Montag 13.7. ging es morgens um 8.00 nach Hiddensee. Für die 16 nm brauchten wir bei NW 15-20 kn unter drei Stunden. Die letzten 500 Meter unter Motor gegenan waren wieder spannend aber wir schafften es mit 2 kn nach Kloster in den Hafen. Wir fanden einen sehr schönen Liegeplatz am Rand des Stegs neben einem Folkeboot aus Stralsund mit freiem Blick nach Osten auf den Bodden. Das Wetter war zunächst durchwachsen. Beim Spaziergang zur Steilküste des Dornbuschs konnten wir das hier einige Tage zuvor gestrandete Segelboot von oben und auch vom Strand aus betrachten. Mit gemieteten Rädern fuhren wir zur Südspitze Hiddensees dem Gellen. Als nach der Wochenmitte die Sonne richtig schien, überwanden wir uns einmal täglich in der Ostsee kurz baden zu gehen. Das Wasser war aber sehr, sehr kalt. Wir bekochten uns die ganze Zeit selbst. In Kloster trafen wir die Crew des Sturmvogels. Am 18.7. fuhren wir morgens zurück nach Stralsund. Ablegen war durch die geringe Wassertiefe vor der Box erschwert. Nachdem wir freigekommen waren motorten wir bei N 3 kn Wind Richtung Stralsund. Im Verlauf frischte es auf W 10 kn auf und wir segelten die restliche Strecke. In Stralsund machten wir klarschiff und füllten den Proviant und "Tank" auf, d.h. wir kauften u.a. 4 l Benzin. Am Samstag 19.7. ging mein Sohn von Bord und fuhr mit dem IC nach Berlin zurück.

4 Gesegelte Seemeilen: 25 nm

Gesamt 151 nm

Am Sonntag 20.7. reiste meine Kollegin aus Berlin mit dem Zug an. Nachdem sie ihr Gepäck verstaut hatte, legten wir gegen 14.00 ab. Bei Flaute motorten wir zwei Stunden nach Barhöft. Wie auch auf dem benachbarten Gellen, der Südspitze Hiddensees, gab es in Barhöft massenhaft Stechmücken. In Barhöft legten wir um 7.00 Richtung Gellenstrom ab. Zunächst motorten wir in der Fahrrinne kamen dann aber gegen NW 15 kn von vorn mit unseren 2,5 PS nur mühsam gegen Wind und Strom an. Daher setzten wir hinter Tonne 16/17 Segel und kreuzten Richtung Norden. Um das Verkehrstrennungsgebiet und den Windpark zu passieren, fielen wir etwas ab. Bei W 20 kn und Welle 1,5 m segelte das Schiff ungerefft 7 kn. Gegen 19.00 erreichten wir nach 65 nm den kleinen Hafen Smygehamn in der schwedischen Provinz Schonen. In der Hafeneinfahrt fielen die Segel und wir glitten in eine der vielen freien Boxen. Im Bug fand sich sehr viel Wasser für das es keine Erklärung gab.

Am nächsten Morgen setzten wir um 11.00 an einem Pfahl Segel und fuhren diesmal gerefft bei W 20-25 kn halbem Wind mit 7-8 kn Richtung Rügen. Einzelne Wellengruppen waren 3 m hoch. Nach Passage des Königstuhls erreichten wir um 20.00 mit Amwindkurs und einer einzigen Wende Sassnitz, wo wir wieder im Hafenbecken die Segel bargen. Im strömenden Regen fanden wir eine freie, viel zu grosse Box. Als Belohnung für die Aufregungen des Tages gönnten wir uns einen Restaurantbesuch. Im Vorschiff fand sich erneut sehr viel Wasser.

Am nächsten Tag frühstückten wir gemütlich, setzten wieder an einem Pfahl Segel und legten 11.00 in Richtung Selliner See ab. Es baute sich im Greifswalder Bodden wieder eine steile Welle auf, in der wir kreuzten. Auf Lecksuche kroch ich in den Bug und entdeckte, dass sich am Bug mit jedem Eintauchen in die Welle ein fast bleistiftdicker Wasserstrahl ins Boot ergoss. Ich verschloss das Loch, das von einer fehlenden Schraube des Bugbeschlags oberhalb der Wasserlinie stammte, mit Kaugummi. Wir passierten bei W 15 kn den kleinen Zicker und kreuzten dann Richtung Selliner See. Die Landschaft war sehr malerisch und der Wasserwanderrastplatz im Selliner See sehr schön gelegen und gepflegt. Wir machten noch einen längeren Spaziergang zur Seebrücke und entlang der beeindruckenden Steilküste.

Am 23.7. legten wir um 11.00 in Sellin unter Segeln Richtung Puddemin ab, das wir bei W 10-15 kn nach Passage des schmalen und verwinkelten Fahrwassers um 18.00 erreichten. Der Hafenmeister war sehr freundlich und engagiert und verkaufte lokale und selbstgemachte Speisen. Wir machten einen langen Spaziergang, der uns u.a. nach Schabernack und zum Geburtshaus Ernst-Moritz Arndts führte.

Am 25.7. legten wir um 7.00 bei SW 5 kn unter Segeln ab. Um 10.00 erreichten wir das prognostizierte Flautenfeld, liessen uns treiben und brachten Trimmmarkierungen für definierte Segeleinstellungen an. Um 14.00 setzte wieder Wind S 10 kn ein und wir erreichten kreuzend um 17.00 unter Segeln Kröslin. Hier bereiteten wir das Boot zum Mastlegen und Kranen vor und fuhren mit dem Zug nach Berlin.

Gesamt in 3 Wochen gesegelt: 350 nm, motort 10 nm, ca. 40 nm/Segeltag

Statt der Kanalfahrt über Stettin haben wir dieses Jahr zum ersten Mal unser Folkeboot G430 Via Mea von Andreas Haubold nach Rostock zu Yachtservice Pohl trailern lassen. Am 3.7. holte ich mir bei Frau Pohl den Schlüssel zum Gelände und lief vom Bahnhof zum Liegeplatz. Ich verbrachte den Nachmittag damit das Boot fertig zu machen, d.h. das laufende Gut einzufädeln und einzukaufen.

Am nächsten Tag kam nachmittags mein Freund Martin und wir segelten nach Warnemünde. Wider Erwarten fanden wir noch einen sehr schönen Liegeplatz am Alten Strom. Herr Haubold hatte zwar den Mast gestellt aber den Verklicker nicht eingesteckt. Da wir keine Mastleiter finden konnten, bin ich mit dem Bootsmannstuhl ins Masttop.

Leider war für die nächsten Tage Starkwind W mit 25-40 Bft angesagt. Nach zwei Tagen Warten wollten wir es dann wissen und sind gerefft rausgefahren. Es war sehr eindrucksvoll. Am 7.7. hat der Wind etwas nachgelassen und wir sind länger auf der Ostsee gesegelt und haben Boje über Bord Manöver gemacht. Am 8.7. ging es dann bei W 20-25 kn und See 2 m ungerefft los. Zunächst sind wir raumschots nach Prerow gerast. Von dort ging es platt vor Laken mit ausgebaumter Fock mit 8 kn Richtung Nordspitze Hiddensee. Maximal zeigte die Logge 8,6 kn. Ein Schweinswal hatte dennoch keine Probleme uns dicht hinter dem Heck zu folgen. Wir passierten den Dornbusch und Kap Arkona. Da Wind und Welle auf die Hafeneinfahrt von Lohme standen, fuhren wir nach Glowe. Für die 65 nm hatten wir 9,5 Stunden gebraucht. Im Nachhinein erfuhren wir, dass an diesem Abend ein Segler am Dornbusch gestrandet war.

Am 9.7. fuhren wir um 6.30 los um bei abnehmenden Wind mit Flaute ab Mittag möglichst weit zu kommen. Um 13.00 war der Wind endgültig weg. Im Schnürregen motorten wir die restliche Strecke nach Thiessow (Gesamt 32 nm). Es regnete dann durchgehend. Am 10.7. regnete es morgens immer noch. Um 10.00 wurde bei NO 15-20 kn der Regen weniger und wir fuhren platt vor Laken mit 7 kn über den Greifswalder Bodden. Im Strelasund drehte der Wind auf O und dann SO, so dass wir weiter Platt vor Laken fuhren. Bei Neuhof war der Wind weg. Wir rollten die Segel auf und motorten mit 4,5 kn. Nach 20 min wehte es wieder aus NO mit 20 kn und regnete. Mit dem 2,5 PS Aussenborder konnten wir keine ausreichende Fahrt Richtung Ziegelgrabenbrücke gegen 25 kn Wind machen. Wir fuhren ein Stück zurück in eine Windabdeckung und schlugen die Segel wieder an. Inzwischen hatten wir die Brückenöffnung um 15.20 verpasst. Nach Segelsetzen kreuzten wir zum Dänholm und machten dort temporär im Hafen fest. Im Windschutz schafften wir es dann mit 3 kn Fahrt unter Motor um 17.20 durch die Ziegelgrabenbrücke. Klitschnass fanden wir noch einen sehr guten Liegeplatz in Stralsunds überfüllter CityMarina (28 nm).

Insgesamt sind wir in drei Tagen 110 nm gesegelt. In Stralsund ging Martin von Bord und fuhr zurück nach Berlin.

Für die Crew Fabian