Segler-Verein Stössensee
Segeln auf der Sonnenseite der Havel
Segler-Verein Stössensee e.V.
Balance
Am 09. Juni 2025 war es so weit, um 9:20 Uhr legten wir vom Segelverein SVST in Spandau ab. Zuvor hatten wir den Mast gelegt, getankt und ausreichend Proviant an Bord verstaut. Marcus und Christin verabschiedeten sich von uns, ebenso unsere Kinder.
Die Fahrt führte uns zunächst zur Schleuse in Spandau, wo wir nur 30 Minuten warteten. Anschließend ging es über den Tegeler See in Richtung Oranienburg zum Lehnitzsee und dann zur Lehnitz-Schleuse, wo wir uns diesmal 60 Minuten in Geduld üben mussten. Wir reihten uns wie viele andere Boote in der Schleuse ein und setzten dann unsere Fahrt fort, über den Oder-Havel-Kanal.
Bald bogen wir links ab in den Malzer-Kanal, wo uns die Schleuse Lieberwalde erwartete. Ab hier mussten wir die Schleusen selbst bedienen: Vor dem Schleusenbereich befindet sich auf der rechten Seite ein Hebel, den wir betätigen, um den Schleusenvorgang vorzubereiten. Dieser dauert in der Regel 30 Minuten, und die Abstände zu den nächsten Schleusen betragen etwa eine Stunde. Am Abend erreichten wir schließlich unser Tagesziel: Zehdenick. Am Yachthafen ist ein italienisches Restaurant, wo man hervorragend Essen und Trinken kann. Liegegebühren konnten wir im Restaurant bezahlen.
Zusammen mit meiner Petra brachen wir am nächsten Morgen um 9:45 Uhr auf. Das Wetter war leider nur durchwachsen, doch das tat unserer Vorfreude keinen Abbruch. Die gesamte Tour begleiteten wir gemeinsam, und so ging es von Zehdenick nach Fürstenberg, wo wir um 15:50 Uhr ankamen. Auf dieser Etappe legten wir sechs Schleusen zurück. Besonders beeindruckend war die Fahrt durch die Schorfheide, eine unberührte Naturlandschaft, die uns mit ihrer Ruhe gefangen nahm. Auf dem Weg begegneten uns zahlreiche Charterschiffe, die leider oft von ihren Schiffsführern unsicher gesteuert wurden. Von diesen großen Booten passen oft nur vier oder fünf in eine Schleuse. Am Abend genossen wir in Fürstenberg einen gemütlichen Spaziergang: Direkt am Yachthafen gibt es einen kleinen, idyllischen Park, und in der Innenstadt befindet sich eine evangelische Kirche.
Die Fahrt führte uns weiter von Fürstenberg, und wir passierten nacheinander die Selbstbedienungsschleusen Bredeeiche, Steinhavel, Strasen, Canow und Diemitz. In den Schleusen hatten wir oft interessante und informationsreiche Gespräche. Auch hier war das Wetter erneut wechselhaft, und wir begegneten nur vereinzelt anderen Seglern auf dem Wasser. Die Schleusen, wie gewohnt, mussten wir eigenständig bedienen, was uns jedoch routiniert gelang. Am Abend, um 19:30 Uhr, machten wir schließlich an der Schleuse Diemitz fest, Vorher legten wir die Fender raus um dann in Ruhe den Abend ausklingen zu lassen. So hatten wir eine erholsame Nacht verbracht.
Am nächsten Morgen starteten wir in Diemitz, und es wartete nur noch die Schleuse in Mirow auf uns. Dort war der Andrang von anderen Wassersportlern so groß, dass wir vier Stunden auf den Schleusengang warten mussten. Ein Unfall war die Ursache. Ein Sportboot hatte sich beim Schleusenvorgang aufgehangen. Das ist der Klassiker. Bis die Wasserpolizei vor Ort war verging viel Zeit. Doch das nahmen wir in Kauf, denn die Vorfreude wuchs, denn das Ziel war zum Greifen nah.
Um 14 Uhr setzten wir schließlich die Fahrt auf dem Müritz-Kanal fort, und nach etwa anderthalb Stunden auf dem Kanal erreichten wir die Kleine Müritz. Auf der rechten Seite ist dann eine Marina in Rechlin. Hier sind gute Anlegemöglichkeiten vorhanden. Der Hafenmeister ist beim Anlegen hilfsbereit und freundlich. Hier stellen wir meistens den Mast. Bei der Einfahrt zur Marina ist unbedingt die Betonnung zu beachten. Wir setzten die Reise auf der Müritz fort. In der Mitte der Müritz biegt man nach Westen ab um zum malerischen Fischerort Röbel zu gelangen. Dort ist unsere Endstation, die Marina in Röbel.
Wir legten auf dieser Strecke 175 km zurück und Passierten 15 Schleusen. Wir planen immer 3 Tage für diese Tour ein. Viele bekannte Segelfreunde aus Mecklenburg-Vorpommern empfangen uns dort sehr freundlich. Für unser Biga 270 finden wir hier gute Segelbedingungen vor. Jährlich findet hier die „Schweineregatta“ statt, an der wir oftmals teilnehmen. Abends wird dann in gemütlicher Runde ein Schwein vom Metzger gegrillt. Die Wasserqualität ist gut und das Baden bereitet uns viel Freude. Wir freuen uns schon auf die nächste Segelsaison.