Seesegeln

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JUELLA Sommertörn 2018 - Bericht Nr. 9

06.08.2018

Wir sind froh und erleichtert, dass es nach über einer Woche Sejerö endlich weitergeht, auch wenn wir die friedliche kleine Insel sehr zu schätzen wissen! U gönnt sich zur Feier des Tages ein Fläschchen Piccolo beim Kochen.

Am nächsten Tag starten wir bei herrlichem Sonnenschein. Mittags passieren wir die Schifffahrtslinie Großer Belt. Unser Tagesziel nach über 30 sm ist der Naturhafen Korshavn im Norden von Fynen. Vor der Zufahrt startet der Motor NICHT! Wir laufen noch 2 sm weiter und gehen unter Segeln vor Anker in einer geschützten Bucht. J prüft den Motor, drückt und wackelt u.a. an diversen Drähten und sieh da, der Motor springt an. J möchte in die Hafenbucht an den Steg des Odenser Sejlklubs. Die Karte zeigt 1,40m Wassertiefe, genug für unsere 1,10m. Als wir dennoch im Schlick festsitzen, ziehen uns 2 hilfsbereite Dänen in einen Liegeplatz.

U stellt fest, dass sie keine Lust auf einen Abenteuerurlaub hat mit ständig neuen Komplikationen. Sie denkt an eine Pauschalreise, bei der hoffentlich alles funktioniert! Man muss sich um nichts kümmern und wird umsorgt...

Am nächsten Morgen springt der Motor nicht an.

Mit Hilfe langer Führungsleinen können wir mit der Fock vorwärts aus der Box fahren. Wir kreuzen aus der Bucht.

Bei 2-3 Bft haben wir einen angenehmen Segeltag mit blauem Himmel und ohne Ostseehackwelle. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit kleiner Fock in den nächsten Hafen Bogense kommen. J ändert seine Meinung, als ein Traditionssegler von achtern aufkommt und wir lassen uns in den Hafen schleppen. Die Touristen an Bord haben ein neues Fotomotiv.

Bei der Einfahrt in den Hafen wird, wie verabredet, die Schleppleine gelöst. Kräftiger Wind aus NE lässt uns nicht den gewünschten Steg erreichen. Wir haben auch zu wenig Fahrt im Boot weil J die Pütz zum Aufstoppen zu früh ins Wasser geschmissen hat! Zusätzlich hat die rasch ausgerollte Fockschot einen Überläufer. Wir treiben in die Steine des Bollwerks!

Ein kleines Motorboot zieht uns längsseits an die Spundwand. Nach dem Stress kommen Erleichterung und gemeinsame Manöverkritik... Wären wir nur in den Hafen gesegelt! Abends geniessen wir den Sonnenuntergang mit glutrotem Sonnenball, dann Vollmond mit kompletter Mondfinsternis!

Bogense ist ein „hyggeliges“ Städtchen mit romantischen mittelalterlichen Gassen und bunten Blumen. Am alten Fischereihafen wimmelt es von Touristen, die es sich beim Baden, Flanieren und Jazz gut gehen lassen.

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