Seesegeln

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JUELLA Sommertörn 2018 - Bericht Nr. 7

22.07.2018
Hafen Serejö Hafen Serejö

Am 11. Julei liegen wir bereits eine Woche im schwedischen Hafen Getterön bei Varberg und der Motor läuft immernoch nicht. Die Volvovertretung hat kein Interesse mehr, für uns zu arbeiten, nachdem Jürgen eine Rechnung (hoch) bezahlt hatte. Ein Mechaniker einer anderen Firma ermittelte den Hauptgrund dieses „Piepens“. Er gab uns den Rat doch öfter den Ölfilter zu wechseln. Am nächsten Tag gewährt uns die mitfühlende Hafenmeisterin einen ordentlichen Rabatt. Statt 6 Tagen brauchen wir nur 3 Tage Liegegeld zu bezahlen. Glück können wir auch mal vertragen!


An Jürgens Geburtstag, nach wunderschönem Geburtstagssegeln erreichen wir nach gut 45 sm spät abends den winzigen Hafen Gröttwig. Wir sind KO und hungrig. Statt eines Geburtstagsessens gibt es nur ein leckeres Fischbrot mit Zwiebeln, leider, aber um diese Zeit bleibt die Küche kalt! Wir genießen ein kühles Fläschchen Cremant. Ulla wünscht sich in Zukunft kürzere Schläge, Platz im Hafen und früheres Ankommen, Zeit zum Kochen, weniger Stress.

Der nächste Tag bringt uns nach angenehmem Segeln nach Torreskof. Der Hafen erinnert an Bornholm. Wir bleiben 2 Tage. Ulla versucht zum wiederholten Male Briefmarken fürs Ausland zu erhalten. Dann endlich, in einer Kombination von Autobedarf und Post wird sie fündig.

Das nachgeholte Geburtstagsessen im Fiskehuset fällt dann recht üppig aus und ist schmackhaft. An anderen Tischen gibt’s Austern und Sekt und man lässt es sich gut gehen...draußen stehen diverse Porsche und gepflegte Oldtimerkabrios. In der Hafentaverne wird bis in die Nacht gefeiert.

Es scheint eingepflegtes Ritual zu sein, sich zum Morgen- bzw. Abendbad zu treffen und zu klönen. Häufig sieht man Leute in Bademänteln, zu Fuß, per Rad oder Auto auf dem Weg zur Badestelle. Ulla macht eine längere Radtour und Wanderung durch den Ort und deren Gässchen, alles atmet Gemütlichkeit.

Nachmittags werden wir Zeuge eines ungewöhnlichen Aufslippvorgangs. Ein 9m Stahlboot, Langkieler, viel zu schwer für den zu kleinen Slipwagen soll aus dem Wasser. Steile Rampe und mehrere Anläufe. Dann ist das Boot aus dem Wasser, schief nach vorn geneigt auf dem Wagen, der Eigner zufrieden auf seinem Boot. Es ist alles gut gegangen! Was haben wir bei uns eine konfortable Slipanlage.

Am Tag darauf segeln wir nach Gilleleje am Öresund. Wir klemmen uns in eine letzte Ecke. Abends gibt es Kabeljau satt.

Dann an der Nordküste Seelands zum Isefjord. Sehr entspanntes Segeln. Wir ankern in der sehr geschützten Bucht Rörvig. Die Zufahrt ist gut ausgetonnt und man kann ankern bis dicht unter Land. Schon in der Vickingerzeit ist dieser Naturhafen bekannt gewesen.

Am nächsten Tag beim Starten des Motors dann: ein Piepton, ungewöhnliches Geräusch und Zittern des Drehzahlanzeigers! Ulla näht, bereitet Häppchen, schreibt Logbuch und registriert ständig den Geruch von Verschmortem. Zum Glück motoren wir die ganze Zeit. Unterwegs sichten wir mehrfach Schweinswaale.

Auf der Insel Sejerö machen wir fest und bemerken, dass der Drehzahlmesser nicht mehr auf Null geht...

In der nächsten Nacht schläft Ulla schlecht und träumt, dass der Motor nicht mehr anspringt.

8:30 der Versuch, den Motor anzulassen, klappt nicht. Kein Mucks, kein Klack, kein Licht am Anlassepaneel. Ullas Verdacht (Nasengefühl), da wäre was durchgeschmurgelt, war wohl richtig. Jürgen schraubt das Starterpaneel ab und da zeigt sich die Bescherung: mehrere Kunststoffteile sind geschmolzen und verschmort. Mehrere Versuche des freundlichen Hafenmeisters schlagen fehl, einen Elektriker zubekommen.

Ein hilfreicher Bootsnachbar, technisch und kommunikativ begabt, läßt sich von einem Motorspezi auf Föhr beraten, führt mehrere Telefonate mit Volvo in Hamburg. Wir überlegen, ob es sinnvoll ist entweder Teile (ca. 370€) oder das Gesamtpaneel (ca. 780€) ausgetauscht werden soll. Wir entscheiden uns für die gesamte Einheit. Das Ganze soll per UPS hoffentlich bis Montag eintreffen! Unser hilfreicher Nachbar streckt das Geld vor und wir haben ihn cash bezahlt + eine Flasche Rotwein. Wir hoffen, dass die Teile passen und wir unseren Törn noch fortsetzen können.

Die Wartezeit vertreiben wir uns mit Radtouren und Wanderungen in dieser friedlichen Landschaft und das alles unter strahlend blauem Himmel, es könnte ja auch regnen (Spruch der Saison). Die SW und SE-Küste mit schroffen Höhen bietet Nistplätze für die seltenen Teisten, Schwimmvögel aus der Gruppe der Alken. Sie besitzen schwarzes Gefieder mit je einem großen weißen Fleck auf Flügel-Ober und -Unterseite und rote Beine. Wir sammeln Steine am Strand, Baden und kleine Ausflüge mit dem Bananadingi.

Diese „Entschleunigung“ tut mal ganz gut, wenn nur nicht die Ungewissheit wäre, wann das Ersatzteil kommt und ob der Einbau reibungslos funktioniert!

 

Nachtrag zu Bericht Nr.7

Wir möchten Euch natürlich die Fotos von unserem verschmokten Schaltpaneel nicht vorenthalten!

 

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