Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

Nix passiert- auch mal schön!

10.06.2021

Das letzte Mal haben wir aus Kos berichtet. Wir wollten mit Ortrud am Dienstag vor 1 Woche nach Nisyros aufbrechen, aber Donner und Gewitter überraschten uns schon morgens. Da blieben wir lieber im sicheren Hafen, schließlich hat die Insel viel zu bieten. Also wieder per pedes durch die Antike mit Besuch des Aeskulapeions und der Heimat des Hippokrates. 

Unsere Pläne, weiter nach Süden zu segeln, mussten wir wegen stürmischen Winden aufgeben. Die Meltemisaison hat begonnen mit einer langen Starkwindphase. Da möchte man nicht an einem unsicheren Ankerplatz sein. In Spitzen 35kn! 

Schließlich fügten wir uns, machten Ausflüge und wagten von der Südküste den Tagesausflug nach Nisyros mit Fähre und Auto. Diese Vulkaninsel hatte es in sich - mit Blubbern und Schwefelgestank durch die im Inneren verborgene Kraterlandschaft. Zu einer netten Mittagspause im kleinen, fast leeren Hafen Paloi und der Ortsbesichtigung von Mandraki hat die Zeit noch gereicht. 

 

Erst am letzten Montag war dann endlich Aufbruch:

Mit Ortrud eine nette Segelpartie nach Kalymnos. 

Service durch einen patenten Hafenmeister und Marinero! Im Gegensatz zu Kos ist es hier noch viel leerer und die Preise niedriger. Wir mieteten wieder ein Auto, um die bergige Insel zu erkunden - bis auf einige Kletterer kaum Touristen! 

Mittwoch ging’s weiter- mit wenig Wind schafften wir es bis zur Ormos Emporio.

Hier lud das Wasser wieder zum Bade, die Muringtonnen sind frisch gecheckt. Vor 3 Jahren war es hier pickepacke voll, jetzt abends nur 3 Boote. Die Restaurants sind offen, man überbietet sich mit tollen Gerichten. So gut wie dieses Jahr und so abwechslungsreich haben wir in Griechenland schon lange nicht mehr gegessen. 

Auf Kalymnos wird im Übrigen das Masketragen noch sehr ernst genommen- man fährt zwar ohne Helm mit Flipflops Motorrad- aber mit Maske!

Größte Belohnung war bei mondloser Nacht ein phantastischer Sternenhimmel. Morgens wurden wir früh durch die krähender Hähne und das penetrante Klopfen der Muringtonne an 

der Bordwand geweckt. Vor dem Frühstück ins Wasser hüpfen - da schmeckt der Kaffee gleich noch besser.

 

Es scheint so, als ob wir diesmal wirklich nur „Segelurlaub“ machen- mit kleinen Etappen von Bucht zu Bucht. Jedenfalls wollen wir uns nun doch nicht weiter nach Süden wagen - der Rückweg wäre zu hart. 

Da die Ersatzteilbeschaffung des kaputten Autopiloten schwierig ist, wird jetzt ausschließlich selbst gesteuert. Wenn die Schwachwindlage aus NW anhält, versuchen wir unser Glück lieber nördlich, damit wir Ende Juni wieder in Leros an Land gehen. 

Also ging es heute nur ein paar Seemeilen weiter bis zur nächsten Insel - bei 5kn NW und erstaunlich viel Welle nur unter Motor bis in die Xirokamposbucht, von der wir ja schon oft geschwärmt haben. Im Moment liegen hier 3 Segler.

Wir schwojen relaxt um den Anker und genießen Aussicht und Stille. 

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