Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

Kap Maleas achteraus

18.09.2020

Monemvasia, 13.9.

Bei anhaltendem Schwachwind gehts zunächst nach Kardamila, wo wir bei ruhigem Wetter in der Bucht südlich des Felseninselchens ankern. Ein hübscher Ort mit kristallmlarem Wasser! Nach einer ruhigen Nacht unterm Sternenhimmel segeln wir weiter um den 2. Finger. 


Am Kap Tainaron überfällt uns eine ungewohnt raue See. Der lakonische Golf ist 1500m tief, aber nach Einfahrt durch hohe Felsen in die Bucht von Porto Kayio wird es friedlich.  Vor der Taverna Porto wird auf Sand geankert; wir sind das einzige Boot. Wie üblich wird der Anker abgetaucht und eingefahren. Abends kommt dann noch ein großer Kat, der trotz des vielen Platzes ganz nah bei uns den Anker schmeißt. Manche kuscheln eben gern! 

Nach einer wieder ruhigen Nacht segeln wir Richtung Osten zur Nisos Elafonisos, wo wir im Süden in einer Ankerbucht abwarten wollen, wann es am Besten mit dem Umfahren des Kap Maleas passt. Es wird ein heisser Ritt bis zur karibisch anmutenden Bucht. Der Wind kommt anders als im Wetterbericht prognostiziert, fast von vorn, statt 15 kn werden es bis 38. Die Welle haut ordentlich rein. Ausserdem viel Frachterverkehr; wir müssen kreuzen, aber trotz 2. Reff erreichen wir fast Rumpfgeschwindigkeit. Tara ist salzig, überkommene Gischt findet seinen Weg bis in die Kajüte- ja, die Fenster sind undicht - und müssen auf die "To do Liste", die mit jedem Tag hier länger wird. Wir erreichen die Ormos Frangos ziemlich desillusioniert - so hatten wir uns den Segeltag nicht vorgestellt.

Die Taverne am Strand erweist sich als Nepp, aber die tolle Umgebung stimmt uns wieder friedlich. Jetzt haben wir wirklich Respekt vor dem Kap. Das Wetterfenster sagt für den kommenden Tag 15kn voraus, also nix wie weiter, besser wirds nicht! Es wird wieder ein ambionierter Am Wind Kurs, max 41kn, meist um 30 bis 35. Puh!

Am Eremitenkloster an der Steilkuste des Kap Maleas grüßen wir und Hubert muss sein neue Schirmmütze opfern, dann läßt der Wind etwas nach und wir kommen nach dem Ausreffen mit ein paar Wenden gegen den Nordwind vorwärts bis nach Monemvasia. Finden Platz im Hafen und staunen über die im Felsen liegende alte Stadt unter dem machtigen Kastell. Wir haben uns einen Erholungstag verdient.

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