Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

Mal so, Mal so

11.09.2020

Im schönen Städtchen Pylos haben wir eine ruhige Nacht an der Stadtpier verbracht und uns im Vertrauen auf den sicheren Platz auch getraut, ein Auto zu mieten. Abgesehen von der berühmten Seeschlacht von Navarino gibts hier auch eine große Ausgrabung aus mykenischer Zeit- Nestors Palace. Die Fahrt geht durch hügelige, endlose Olivenhaine. Bei Ankunft leider "closed on Tuesday".

Na, gut, dann eben über die Berge zur Küste nach Marathoupolis, wo es ein paar nette Tavernen gibt, aber leider keinen vernünftigen Hafen. Dann geht's weiter in den Süden zum Ende des 1. Fingers nach Methoni. Auch hier gilt " closed on Tuesday" - das riesige Areal des Kastells ist zu. 

Aber wir begutachten schon mal unsere nächste Ankerbucht. Nachmittags zurück am Boot trauen wir Augen und Ohren nicht. Ein riesiger Trawler hat gegenüber festgemacht, die Aggregate dröhnen und dann kommt auch noch ein LKW mit Riesenkran und hilft beim Umladen irgendwelcher Teile. Wir gehen baden, wir gehen essen, wir holen die Wäsche vom Waschsalon ab, aber der Krach bleibt und nun auch noch Flutlicht. Vor uns legt sich ein grosses Fischerboot aus Italien. Der Wind hat etwas gedreht, es plätschert und schaukelt die ganze Nacht. Vielleicht wäre es in der "abandon Marina" doch ruhiger gewesen? 

Am nächsten Morgen hat der Wind aufgefrischt, so dass wir um die Festung von Methoni in die Bucht segeln können. 

Für die nächsten Tage ist Starkwind angesagt; wir sind froh, hier guten Ankergrund zu haben und trauen uns jeden Abend mit dem Beiboot in den Ort, wo wir immer salzwassergeduscht ankommen.

Auch das Kastell aus venezianischen Zeit wird nun besichtigt. Nachts lässt der Wind nicht nach, das morgendliche Bad fällt bei Welle und ablandigem Wind kurz aus. 

Am Sonnabend fahren in den messenischen Golf und kommen mal wieder zu genussvollem Segeln ohne viel Welle. In Kalamata wollen wir bunkern. Die Marina hat Platz für uns, aber zur Sicherheit werden hier die Bootspapiere einkassiert. Hier ist nun Sonntag " tote Hose", nicht mal ein Bäcker hat offen. Diese Stadt ist nun wirklich kein Highlight - trotz der beeindruckenden grünen Berglandschaft. 

Zum Glück gelingt es uns Sonntagmittag noch ein Auto zu mieten. 

Wir starten entlang des 2. Fingers über die "wilde Mani" bis zum lakonischen Golf.

Bereits seit Tagen gab es Warnungen auf dem Handy wegen Waldbränden, wir entdeckten schon Löschflugzeuge über uns. Und nun sehen wir auch eine verheerte Landschaft. Zum Teil endlose Wellen silbgig- grüner Olivenhaine, dann schwqrz- verkohlte Berghänge! 

Zurück gehts es über Sparta vorbei an der byzantischen Ruinenstadt Mystras über die alte Pass- Straße in engen Kurven und 

Serpentinen des Taygetos-Gebirges wieder nach Kalamata. Ein grandioses Erlebnis, und Hubert würde die Tour gerne nochmal mit dem Motorrad machen.

Morgen solls wieder Wind geben, also weiter Richtung 3. Finger. Spannend wird es dann am Kap Maleas, wo wir in die Ägäis  abbiegen wollen.

 

(Anm. der Webred: Das Foto der Ruinenstatt Mystras haben wir Wikipedia entnommen, da die Handyfotos zu klein waren)

Bildergalerie

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