Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

Hafenkino, Hafenkrimi

04.09.2020

Pylos, 31. August 2020
Die wesentlichen Wassereinbrüche sind beseitigt, nur noch ein Leck an der Verbindung an beiden Wassertanks wurde entdeckt und geflickt. Das gelegentlich kurzfristige Auftreten von Fischgeruch nach dem Ankeraufgehen ist der Tatsache geschuldet, dass der Kettenkasten ebenfalls in die Bilge entwässert, aber das bißchen nimmt man eben auf und gut ists.


Nun also zum Fortgang der Reise: Von Ithaka gings in den Südosten Kephalonias nach Poros. Badestrand neben dem Hafen mit Stranddusche, was will man mehr?  Der Hafen war entgegen aller Unkenrufe gar nicht schlecht, wenn man vom LKW- Verkehr durch die Fähre absieht. Schattige Taverne oberhalb des Hafens mit tollem Ausblick. Immer noch kein Wind, aber unser tapferer Motor macht munter mit. Nach ein paar ereignisarmen Stunden landen wir auf Zakynthos. In der Bucht von Agios Nikolaos machen wir an der Pier vor der Taverne fest und werden von den Betreibern Dimitri, Giorgios und Katerina freundlich begrüßt. Badestrand und Dusche inklusive! Abends ist alles pickepacke voll, denn bis hierher reicht der Chartertourismus. Eingequetscht zwischen hohen Bordwänden der Riesenkats verbringen eine erstaunlich ruhige Nacht. Deshalb beschliessen wir, hier auch ein Auto zu mieten, um uns die Insel anzusehen. 

Das Landesinnere ist grün, es gibt Wälder und ein offensichtlich funktionierendes Wiederaufforstungsprogramm.Aber der Tourismus hat der Insel zugesetzt. Die Straße zur berühmten Laganabeach mit den Schildkröten erinnert eher an eine Misching aus Wildem Westen und Phuket in Thailand mit den runtergekommenen Buden voller Plastik, Sexshops, Shisha- und Karaokebars. Wir wenden uns mit Grausen ab und geniessen im Norden hochoben einen ausgzeichneten Mittagsimbiss vor beeindruckender Kulisse. 

Nach Rückkehr zum Boot bekommen wir Nachbarn. Die Kinder streiten sich, brüllen, die Frau muss die schwere Muring festzurren, der Skipper ist überfordert und schafft es trotz Hilfe von Dimitri, die "lazy line" um seinen Propeller zu wickeln. Aber sie sind fest und nun hätte alles Zeit. Ciga, ciga! Dimigri erklärt, das er selbst die Leine wieder klarmachen wird und bittet den Skipper, es nicht selbst zu versuchen. Was tut er, er geht tauchen und wird das Problem lösen, aber leider so, dass er sich das mitgeführte Messer in den Unterarm rammt und heftig blutend auftaucht. Hubert springt hinzu, die Wunde wird verbunden, muss aber genäht werden. Dimitri tobt! Georgios fährt den armen Mann ins 30km entfernte Hospital. Dort wird genäht, Antibiotika gegeben und nach 3 Stunden ist der Mann gut versorgt zurück. Was für ein Service! 

Wir genießen nochmal das gute Essen in der Taverna PORTO, bevor wir am Freitag im riesigen Kreuzfahrthafen Katakolo am Peleponnes festmachen. Hier gibt es nur noch Langfahrtsegler und abgeparkte Kreufahrtschiffe. Das Größte ist "Mein Schiff 3", sieht aus wie ein Hochhaus,  nur die Aggrregate laufen. Im Ort sind die meisten Geschäfte zu, in den Tavernen nur eingeschränktes Angebot, aber Kreuzfahrerpreise! Noch fährt aber täglich ein Zug nach Olympia- und dieser Ausflug lohnt sich. Wir geniessen einen ausgedehnten Spaziergang durch den fast leeren antiken Olympiapark. Als wir schon im Dunkeln wieder an Bord sitzen, taucht plötzlich vor der Kulisse des "Hochhauses" Blaulicht auf. Die  Coastguard und Hafenpolizei begleiten/ schleppen eine große Slup mit mindestens 30 bis 40 Migranten an Deck in den Hafen. Im Internet können wir am nächsten Tag nur lesen, dass alle auf Covid19 getestet und untergebracht wurden, angeblich aus der Türkei. Und das hier! 

Am Sonntag gings weiter, auch ein paar Meilen nur unter Genua bei leichter achterlicher Brise. Kiparissia ist nicht der Rede wert, nur die Bergkulisse ist beeindruckend. Weiter Weg bergan zum Bäcker, kein Wasser, da geht's nach dem Frühstück eben weiter. Heute können wir erstmals ein paar Meilen Schmetterling segeln bis nach Pylos in der  Bucht von Navarino. 

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