Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

4. Schiffsmeldung vom Sturmvogel

04.09.2020

Zurück auf Hiddensee

Nach drei Wochen Aufenthalt in Dänemark und Schweden; in sechs Häfen und auf einem Ankerplatz, sind wir am Dienstag 1.September von der Südküste Schwedens zurück nach Kloster auf Hiddensee mehr geschaukelt und gerollt als schön gesegelt.

Unsere letzte Meldung endet mit unserer Ankunft in Helsingör: Hier verleben wir vier interessante Tage. Begeistert sind wir von der Streetfoodhall in einer früheren Werfthalle, hier finden wir alternative und ambitionierte Essen- und Getränkeangebote, inmitten eines fantasievoll möblierten und dekorierten Ambientes. Auch das sehenswerte Seefahrtmuseum und dessen Architektur, in einem ehemaligen Trockendock gebettet – ist alleine sehenswert. Ebenso das Schloss Kronborg, die Festungsanlage am Ausgang des Öresunds, wo Hamlets Geschichte angesiedelt ist. Mit der Bahn fahren wir am regnerischen Freitag zum Louisiana Museum in Humlebaek, dem bedeutendsten Museum für moderne Kunst in Dänemark. Hier sehen wir die aktuelle und umfangreiche Ausstellung über die „Fantastiske Kvinder“ – Fantastische Frauen - und deren surrealistische Malereien, zum Beispiel von Frida Kahlo und Meret Oppenheim. Auch die Sammlung des Hauses, die verwinkelte Architektur eingebettet in einem Garten mit Skulpturen am Ufer des Öresunds sind sehenswert.

Am letzten Sonntag, dem 23. August, lassen wir uns durch die Altstadt treiben und treffen an einem Platz auf ein klassisches Openair-Konzert mit einer Sängerin, zwei Sängern begleitet von einem Pianisten und einem begeisterten Publikum.

Die Wettervorhersage scheint günstig um in Richtung Süd zu segeln. Um 9.20 Uhr legen wir am Montag ab und zunächst läuft es gut bei östlichem Wind, der später leider weniger wird und kurz vor Malmö ganz einschläft. In der Dockan Marina, mitten im modernen Wohngebiet, das um ein ehemaliges Dock im Västra Hamnen entstanden ist, legen wir mit Blick auf den ‚Turning Torso‘ - einem 190 Meter hohen Wohnturm, der sich um seine eigene Achse windet, - an. Die Marina stellt den Besuchern kostenlos Fahrräder zur Verfügung, die wir in der für Radfahrer ideal ausgebauten Stadt ausführlich nutzen. Fünf abwechslungsreiche Tage verbringen wir hier. Die Stadt Malmö bietet neben vielen alten Gebäuden fantastische moderne Architektur, die sich in die vorhandenen Bauwerke harmonisch einfügt oder auch kontrastiert. Schöne Parkanlagen wie der Slottsgarden und nicht zuletzt der kilometerlange Strand von Riberborgs Stranden beeindrucken uns.

Die Wind- und Wettervorhersage für Sonntag, dem 30. August, verspricht nicht viel Wind, aber dass wir für die 28 Seemeilen durch den Falsterbokanal nach Gislövsläge ausschließlich den Motor bemühen müssen, ist nicht vorgesehen. Am Montag folgt ein Hafentag, die für Dienstag versprochene nordöstliche Brise mit bis zu 15 Knoten Wind (3-4 Beaufort) lässt uns ablegen. Der Wind weht dann doch nur zwischen 5 und 12 kn, der alte Schwell lässt das Boot unangenehm rollen und die Segel einfallen. Der Bullenstander wird gesetzt, und so erreichen wir immerhin um 5 kn Fahrt. Erst vor der Küste Rügens müssen wir für die letzten 14 Meilen den Dieselmotor bemühen; er bringt uns zuverlässig an unser Ziel: Kloster auf Hiddensee. Hier gibt es jetzt genügend freie Liegeplätze, ganz anders als bei unseren letzten Besuchen im Juli und Anfang August.

Herzliche Grüße aus Kloster von Chrissie und Ralf

Sturmvogel

Zwischen Berlin und Ostsee