Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel

Oh, wie schön ist der Peleponnes

24.05.2019

Unser letzter Bericht kam aus Naxos. Diesmal zeigte uns die Aegaeis wirklich die kalte Schulter. Aber mit etwas Glück erwischten wir nochmal ein bisschen Wind und segelten bis nach Syros. Da der Hafen  Ermoupolis nicht als gemütlich gilt, gings gleich auf die Westseite nach Finikas. Ein Dorf im Dornröschenschlaf- aber mit schon funktionierender Infrastruktur - inklusive eines frustrierten muffeligen Hafenmeisters. Wir trauten uns, am schönen Strand zu baden, mieteten ein Auto, erkundeten den wilden einsamen Norden und die Chora Ano Syros mit der katholischen ! Kathedrale des heiligen Georg. Zur Belohnung für die wilde Fahrt eine Pause mit griechischem Joghurt bei phantastischer Aussicht hoch über der venezianisch anmutenden Hauptstadt. Den schönsten Anblick bietet Ermoupolis tatsächlich, wenn man sich per Schiff nähert- dann glänzen der weiße Marmor und die blauen Kuppeln in der Sonne. Im Hafen lagen dann auch die entsprechenden Motoryachten: so um 45m ! Länge mit livriertem Personal. 

Bei vorausgesagtem Westwind wurde die Abfahrt nach Kythnos nochmal verschoben. Für Sonntag war dann wieder Süd vorhergesagt, weshalb wir früh ablegten, um rechtzeitig im beliebten Hafen Loutra anzukommen. Wir ergattern tatsächlich einen Platz auf der Innenseite der Pier. Aber am Nachmittag begann ein bis tief in die Nacht dauerndes spektakuläres Hafenkino. Auch die Matinee lohnte sich immer. Es wurde voll - selbst die Aussenpier mit entsetzlichem Schwell war " zugeparkt " wie die benachbarten Ankerbuchten. Der Hafenmeister verstand sein Geschäft, Chapeau!  

Kythnos wurde mit einem Auto erkundet: grüne Teraassenfelder und kleine Kirchen überall; in der Chora ging es beschaulich zu.  Im Haupthafen Mericha nur Charterflotten im Schwell der Fähren. Ortrud und ich nutzten den am Strand befindlichen Naturpool einer warmen Quelle, denn das Wetter war einfach nicht mediterran - ! 

Für Mittwoch war endlich Wind vorausgesagt, der uns weiter nach Westen bis nach Poros am Eingang in den saronischen Golf bringen sollte. Um 6:30 ging es nach fast schlafloser Nacht ( Strandparty und Riesenkats) ankerauf. Bei grauem Wetter wurde es leider keine reine Segelpartie, aber als wir um 16 Uhr nach über 50 Seemeilen in einer beschaulichen Bucht den Anker fallen ließen, war die Aegaeis Geschichte. Was für eine grüne Bergwelt um uns herum! Wir wurden herzlich von Segelfreunden des Spandauer Yachtclubs begrüßt und kundig durch die hübschen Gassen von Poros zu einer Taverne hoch über den Dächern geführt. Unser erst in Leros frisch gewarteter Aussenborder fiel leider auf dem Weg zur Stadt aus. Ursache ist vermutlich doch wieder verstopfte Düse -Miss Honda ist etwas zickig! Todmüde fielen wir abends in die Koje. Nach Abschied von Achim und Nina gings nach Nea Epidauris, wo wir das Boot sicher an einer Muring lassen konnten, um mit einem Mietwagen die phantastische Landschaft des bergigen Peleponnes und die antiken Stätten zu bestaunen. 

Morgen bringen wir unsere Freundin nach vier erlebnisreichen, harmonischen Wochen zur Fähre nach Athen und machen uns dann auf Richtung Kanal von Korinth. 

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