Segler-Verein Stössensee e.V.

Segeln auf der Sonnenseite der Havel
Dabdeh

Dabdeh

Planung und Vorbereitung:

Dieses Jahr waren wir gemäß Urlaubs­planung erst nach den großen Schulferien mit unserem Urlaub dran. Wir hatten also genug Zeit, unsere Reise vor­zubereiten.

Wie üblich wurden neben dem Proviantieren und dem Check aller sicherheitsrelevanten Geräte an Bord u.a. die Schwimmwesten auf ihre Tauglichkeit und die Seekarten auf Aktualität überprüft. Und siehe da, eine größere Investition in Kartenmaterial war mal wieder von Nöten. Dass wir „Rund Rügen“, die „Westliche Ostsee“ die „Belte und den Sund“ sowie das „Kattegat“ brauchten, war mal klar. Natürlich auch die Karten der west­schwedischen Küste. Aber wie weit kamen wir wohl nach Norden in unseren 4 Wochen? Die Karte vom Oslofjord wurde – nur sicherheits­halber – mit eingekauft. Natürlich auch der „Limfjord“. Aber kam man vielleicht sogar bis Arendal in Südnorwegen? Zumindest die norwegische Gastflagge wurde mit eingepackt! Und -na ja, nur sicherheitshalber - auch die entsprechenden norwegischen Anschluss­karten!

Die Rettungsinsel war im Vorjahr neu erstanden worden und dementsprechend also noch frisch.

Gut sortiert und voll bepackt mit 2 Klappfahr­rädern - für die dänische Küste - und 2 aufblasbaren Kanus – für die schwedischen und ggf. norwegischen Schären – fieberten wir dem Beginn unseres Urlaubs entgegen.

Überführung:

Ein schönes „Vorspiel“ ist immer die Überführung des Schiffes an dem Wochen­ende vor unserem Urlaub über die Kanäle an die „Waterkant“. In diesem Jahr wollten wir im Westen starten d.h. von Travemünde aus in See stechen. Da die Elbe aufgrund der Trockenheit zu einem kleinen Rinnsal zusammengeschrumpft war, war das Vorspiel also über Elbe-Havel Kanal, Mittellandkanal, Elbeseitenkanal und Elbe-Lübeck-Kanal etwas länger als sonst. Beim Überqueren der Brücke bei Magdeburg konnten wir uns von dem bedauernswerten Zustand überzeugen.  Zunächst kamen wir bis Wolfsburg und legten uns am Ende des Wochenendes in den kleinen Motorboot-Hafen von Fallersleben. Dort wartete „DABDEH“ eine Emka 31 also eine Woche auf unseren richtigen Urlaubsbeginn.

Weiter geht’s ´ne Woche später!

Der „Heide-Suez“ war gar nicht so langweilig, wie wir es befürchtet hatten.

Die langen Geraden waren zwar immer noch lang und gerade und ermüdend, aber es waren in diesem Jahr auffallend viele Schiffe unter­wegs. Entsprechend staute es sich vor den Schleusen. Selbst die Schleusen­wärter(-in) in Uelzen war überfordert. Sie konnte die Zahl der Sportboote nicht mal richtig zählen, will schweige denn richtig sortiert in die Schleuse rufen. Zunächst passten wir nicht -wie angeordnet- neben­einander und mussten uns selbstständig neu sortieren. Die Folge war eine riesige Wooling und es dauerte….   So lange, dass wir leider an diesem Tag das Ziel Lauenburg nicht mehr erreichen konnten. Wir entschlossen uns gegen 19:00 Uhr, für heute Schluss und in der Kanal­ausbuchtung von Bad Bevensen fest zu machen. 

Bad Bevensen:

Der Anleger war gut besucht und wir ergatter­ten noch den letzten Platz im geschützten Teil. Da wir unser Boot verlassen wollten, um uns ein bisschen in der Umgebung umzuschauen, sprach ich auf dem Weg ein paar Schiffe weiter zwecks Bezahlung einen älteren Mann an, der mir den Eindruck eines Hafenmeisters machte, da er gerade mit einem Skipper verhandelte. – Es war ein angetrunkener Penner, der mich freundlich fragte, ob wir auch zum Stadtfest wollten. – Was für ein Stadtfest? –

Ok. Wir beschlossen, dass wir dort hin wollten, schnappten uns unsere Fahrräder und fuhren Richtung City/ Kurpark. Dort erwarteten uns auf einer Strecke von ca. einem halben Kilometer 4 Life-Bands mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Von Pop, Rockabilly, Bayrische Volksmusik bis Hardrock war alles vertreten. Zwischen zahllose Buden mit Schmuck, Kleidung, handwerklichen und gebastelten Sachen, Zuckerwatte, Snacks aus aller Herren Länder und einem bunten Treiben trödelten wir gemächlich durch die engen Sträßchen und genossen bei einem kühlen Glas Bier unseren beginnenden Urlaub.

Unsere gestrigen Wartezeiten vor den Schleusen führten dazu, dass wir die Durchfahrt durch den Elbe-Trave-Kanal am nächsten Tag um 10 Minuten verpassten. Der norddeutsch nicht sehr gesprächige Schleusenwärter in Niendorf fragte uns noch, wo wir denn hin wollten, als wir seine Schleuse passiert hatten, da wir - wie er uns verriet - in Berkenthin nicht mehr durch kämen und dort wegen des geringen Wasserstandes auch nicht liegen könnten, …und ließ uns dann weiter fahren.

Berkenthin:

In Berkenthin wurden wir tatsächlich für heute ausgebremst, da die Schleuse entgegen der Angabe in unserer Binnenkarte 20 Minuten früher Schluss machte, als wir gelesen hatten.  - Vielleicht sollte man sich für die Binnen-Touren auch mal wieder neue aktuelle Karten gönnen! -  Allerdings konnten wir wegen unseres geringen Tiefgangs von 1,25 m doch noch auf die Warteposition gehen und hier auf die erste Schleusung am nächsten Tag warten.

Im Frühnebel ging es morgens weiter durch Lübeck bis zum SV Trave, wo wir wie gewohnt sehr freundlich empfangen wurden und in aller Ruhe unseren Mast stellen konnten. Auf der Terrasse im Obergeschoss des Clubgebäudes gönnten wir uns bei einem herrlichen Blick über den Hafen, ein schönes Glas Wein und eine leckere Scholle.

Nun fing der wirkliche Törn an.

Wieder als vollwertiges Segelboot aufgetakelt, mit stehendem Mast wollten wir am nächsten Tag endlich lossegeln.

– Pustekuchen! Immer wieder Schauer und Gewitter und Unwetterwarnungen bewegten uns dazu, die Seereise mit einem gemütlichen Hafentag zu beginnen und noch mal alles zurecht zu fummeln. Hatten wir das nötig? Im strömenden Regen!? War doch schließlich Urlaub.

Neustadt

Als am nächsten Tag der Wind seinerseits beschloss ein paar Tage Urlaub zu machen, beschlossen wir, erstmal bis Travemünde zu motoren. Auf See angekommen packten wir bei einem leisen Hauch unsere Segel aus, aber nur um sie mal kurz zu entknittern,- segeln war nicht. Also beschlossen wir, den Motor wieder anzuwerfen und nach Neustadt abzudrehen. Kurz vor dem nächsten größeren Gewitter­schauer machten wir am ellenlangen Nordufer des Stadthafens fest. Beim Anblick eines am gegenüberliegenden Ufer im Marine­stützpunkt liegenden „Versorgers“ der Bundesmarine wurden beim Captain alte Erinnerungen an die Wehrdienstzeit wach.

Nach einem Abendrundgang zwischen 2 Gewitterschauern mit Besichtigung des berühmten Pagoden­speichers und gemütlichen Abendessen im urigen „Klüvers Brauhaus“ lernten wir zum Abschluss noch einen hervorragend schmeckenden selbst gebrauten örtlichen Kartoffel-Grappa kennen. -mhm, lecker, durchaus empfehlenswert!

Burgtiefe:

Am nächsten Tag-> Wetter wie gehabt, also ging es im Wesentlichen mit Motor nach Fehmarn. Unsere zaghaften Versuche zu segeln, wurden nicht belohnt. Lediglich direkt vor Fehmarn konnten wir uns ohne Gebrumm bis in die Fahrrinne nach Burgtiefe per Wind bewegen.  Hier hin hatten wir unseren neuen Spinnaker bestellt, der nicht mehr rechtzeitig vor unserer Abfahrt nach Berlin geliefert werden konnte. Wir holten ihn beim Hafenmeister ab und verpackten ihn auf dem sehr schön und neu angelegten Hafenbereich sorgsam in den Bergeschlauch.  Burgtiefe hat sich echt wieder zu einem schicken, funktionellen Sportboothafen gemausert. Vor ein paar Jahre waren wir noch sehr enttäuscht von der heruntergekommenen Anlage, aber dieses Jahr war alles wirklich prima!

Großer Belt:

Mit einem südöstlichen Wind konnten wir tags drauf tatsächlich nach Passieren der Fehmarnsundbrücke unser neu erstandenes Segel mal für ein paar Stunden testen und waren begeistert: Lässt sich prima setzen aus der Spi-Tasche, steht bombig und zieht uns bei achterlichem Wind aus der Welle. Dies Gefühl hatten wir bei unserm Genaker vermisst.

Mit reichlich Motorhilfe steuerten wir abends in den Naturhafen von Albuen am westlichen Ausgang des Nakskov-Fjords, wohin sich schon im Mittelalter die Seeräuber und später die Lotsen verzogen, um sich zu verstecken. Heute versteckten sich hier mehrere Holländer mit uns! In dem recht flachen Wasser liegt man von allen westlichen Winden gut geschützt. Wir mussten uns heute allerdings vor keinem Wind schützen – es gab keinen!

Omø:

Nach gemütlichem Frühstück ging es am Tag drauf weiter nach Omø, leider wegen spiegelglatter See und keener Puse Ratze Wind wieder hauptsächlich mit Motor.

Reesø -Sejerø:

Immer unser Ziel im Auge schipperten wir mit Zwischenstopp in Reesø, wo wir in einem gemütlichen Dorfgasthof gut aber rel. teuer die dänische Fischzubereitung genossen, nach

Sejerø. Unterwegs reichten 10 kn Wind aus, um ziemliche Bocksprünge zu machen, was dazu führte, dass die Klobrille an den Scharnieren abriss und die Skipperin wie Aladin auf seinem Teppich mit samt abgerissener Klobrille im Vorschiff durch die Gegend flog. - Ein kleiner Schaden am Klo aber ein großer Schock für die Skipperin!

Grenåa:

Inzwischen hatte das ruhige warme Sommerwetter sich in eine „Konvergenz-Zone“ verwandelt; will sagen: Es blies mit mindestens 5-6 Bf und ein Sturm- und Gewittertief wechselte sich mit dem nächsten ab. Das sollte sich bis zum Urlaubsende auch nicht mehr ändern. Über den Alpen lag ein stationäres Hoch, was sämtliche Island-Tiefs über uns her leitete.

In Grenåa gab es einen Bootsaustatter, den wir umgehend mit unseren Klappfahrrädern aufsuchten, um nach neuen Scharnieren für ein Jabsco-WC Ausschau zu halten. Aufsuchen kann man hier ruhig wörtlich nehmen! Trotz GPS suchten wir uns dumm und dämlich, bis wir die Seitenstraße, in der der kleine Laden lag, gefunden hatten. Er hatte alles anzubieten - außer Klodeckelhaltescharniere. 

Øster Hurup:

Wieder zurück an Bord mit reichlich neuer Verpflegung aus dem nahen Supermarkt, sollte es weiter gehen nach Hals am Eingang des Limfjordes. Ein riesiges Gewittertief ließ uns den Weg allerdings abkürzen und heute erstmal nach Øster Hurup abzweigen. Zwischen 28 kn Wind und Flaute war heute alles dabei gewesen.

Hals:

Auf unserm Weg nach Norden verließ uns kurz vor dem großen Leuchtturm vor Hals wieder der Wind. Da wir keine Freunde von langen Motorstrecken sind, entschlossen wir uns kurzerhand in Hals einzulaufen. Vorbei an 2 großen hier stationierten Eisbrechern machten wir im Hafen fest. Vor der Klimakatastrophe (und vielleicht auch während?) muss der Limfjord offenbar im Winter für den Schiffsverkehr durch solche Boliden von Eis freigehalten werden.

Drei Stände neben uns entdeckten wir ein Schiff, was unsere Aufmerksamkeit erweckte. Sehr gut geschnitten, in der richtigen Größe, Oberdeck und Proportionen alles super. Leider konnte man nirgends einen Typ oder eine Größe erkennen.  – Wir wurden neugierig. Am Morgen fragten wir den schwedischen Eigner, was für ein Typ Schiff sein Boot sei. Er erzählte uns freudig, dass es sich bei dem Schiff um eine Feeling 38 aus dem Jahr 1990 handelte, die er in mühsamer Handarbeit über die Jahre überarbeitet hatte, sodass sie jetzt wie neu aussah.

Åalbæk:

Entlang der Küste um die kleinen Inseln von Gräsholm und Hirsholm vor Frederikshavn herum gings am nächsten Tag weiter in den kleinen, aber regen Fischerhafen von Åalbæk, der der ganzen „Bugt“ unterhalb von Skagen seinen Namen verlieh. Ein kilometerlanger weißer Sandstrand rechts und links vom Hafen lud zum Baden ein – wenn, ja wenn denn schönes Wetter gewesen wäre. So machten wir uns am nächsten Tag zwischen 2 Schauern auf den Weg Richtung Skagen.

Skagen:

Wir erreichten es im Dunst und Dauerregen, der so dicht war, dass wir die lange „Vestmole“ des Hafens nur schwer erkannten, obwohl wir schon dicht davor waren. Unterwegs waren auf dem relativ kurzen Stück mindestens drei dicke Gewitterschauer über uns durchgezogen. Wir suchten uns ein Plätzchen im Skagen Lystbådehavn direkt neben den bekannten zu „Fiskerestaurants“ umgebauten Fischerhütten. Der Hafen war so leer, dass man direkt längs an den Steg hätte gehen können, doch suchten wir zunächst einen sicheren Platz im Windschatten eines 50-Füßers und machten, wie es hier vorgesehen war, mit Heckanker fest. Als kurz darauf der Große neben uns ablegte und sich offenbar bei den 6 Windstärken von der Seite doch lieber längs an den Steg legte, bekamen wir den SSO nun als volle Breitseite ab. Wir entschlossen uns daraufhin, uns ebenfalls sicher längsseits an den Steg zu legen. Kein einfaches Manöver, wenn sich der Heckanker erstmal richtig eingebuddelt hat!

Als alles gesichert war, machten wir uns auf die Suche nach dem Hafenmeister/-Automaten. An den Fischrestaurants entlangschlendernd kamen wir uns vor wie auf der Reeperbahn. Man wurde angequatscht, „dass es innen noch eine große Salatbar gäbe“ und „hier der große Fischteller besonders preiswert wäre“…frei nach dem Motto: kommse ruhig näher kommse ruhig ran, hier werden se noch mehr beschissen als nebenan!

Wir studierten in Ruhe die diversen Speisekarten, entschieden uns aber dann schließlich für ein Restaurant, weil es dort gemütlicher aussah als in den anderen, und es gut besucht war.

Man betrat das mit vielen Kerzen geschmückte Gebäude und wandelte auf einem weichen Bodenbelag aus Sand. Der Fisch war fein, der Wein war frisch und wir hatten gerade unser Abend-Menü genossen, als direkt neben uns draußen auf der überdeckten Terrasse 2 Gitarristen ihr Equipment aufbauten und anfingen, Oldies und Balladen zu intonieren. Der Sound war so mitreißend, dass die Kinder am Nebentisch Ihre Omas mit nach draußen zerrten und selbst die Väter leise anfingen mitzusingen.

Beim Nachhause gehen blieben wir ebenfalls noch auf der Terrasse stehen und beschlossen, uns trotz Kälte und Nässe dort niederzulassen, um zu lauschen und dabei noch ein Gläschen zu trinken.

Am nächsten Tag waren 5-6 in Böen 7 mit Wellenhöhen von 2,50 m angekündigt.  So erkundeten wir an einem Hafentag trotz anhaltender Schauer Skagens Einkaufsstraßen, indem wir uns, immer, wenn es anfing zu regnen, in einen trockenen Laden retteten. Die berühmte Landspitze Grenen, an der Skagerrak und Kattegat aneinander stießen, und die Feuerschale, die früher als Leuchtturm diente, wollten wir uns morgen von der Wasserseite aus ansehen.  

Auf der Naht zw. Skagerrak und Kattegat nach Mollösund:

SW 6 abnehmend 4-5 ließen uns denn auch tags drauf wieder in See stechen. Wie geplant liefen wir zunächst relativ nah an der Nase von Grenen vorbei. Dabei war der Skipper so begeistert, dass er Dabdeh immer näher an die Brandung auf der Naht zwischen den beiden „Gatten“ heransteuerte. So nah, dass er nicht merkte, dass wir längst unter die 10 Meterlinie gerutscht waren. Zum Glück sind wir zu zweit und Pütti hatte aufgepasst. Eine beherzte Kursänderung führte uns wieder auf den rechten Weg.

Wer nun denkt, dieses Schauspiel der zusammenprallenden Strömungen hört nach ein paar Seemeilen auf, der hatte sich getäuscht. Es zieht sich unendlich weit ins Meer hinaus. Wir entgingen ihm nur, weil wir auf der Naht segelnd zunächst etwas nach Süden steuerten. Als wir uns zwecks Einlaufens in die Schären oberhalb Göteborgs wieder nach Norden orientierten, fanden wir uns urplötzliche in einem Streifen von brodelndem Wasser wieder. Wie in einem kochenden Suppentopf kamen die Wellen von allen Seiten und spielten Springbrunnen. Es schwappte, als würde das Wasser trotz des noch strengen SW - Windes nicht wissen, wo es hin laufen sollte.  Nach etwa 2-3 Seemeilen war der Spuk dann wieder vorbei.

Nun sollte es hinein gehen in unsere geliebte schwedische Schärenlandschaft. Wir hatten uns zum Eintauchen eine Abkürzung oberhalb des Mollösundes ausgeguckt. Baken an Land sollten uns den Weg weisen – sofern man sie denn eindeutig ausmachen konnte. Alles musste relativ schnell und trotzdem sicher vonstattengehen, da wir immer noch um die 28 kn Wind hatten. Wir rauschten also an der Küste hoch und mussten an einem bestimmten Punkt eine Halse machen, die Peilung aufnehmen und dann würde es auch schon mit Brast zwischen den Fels-Inselchen hindurch­laufen. Ohne GPS hätten wir das nicht gewagt und wären – so Plan B- einfach weiter gesegelt, bis wir die größere und sicherere Einfahrt weiter nördlich erreicht hätten. Aber ein Bisschen Nervenkitzel musste sein.

Pütti saß unten am Navigations-Notebook und gab auf die Sekunde genau an, wann ich die Kursänderung vornehmen sollte. Ein Schwenk – Kurs aufnehmen – und ja, da waren Baken am Ufer zu sehen. Also etwas die Richtung korrigiert und wir wurden von den Wellen ins Innere Schärenfahrwasser hineingeschwemmt.

Bei so starkem achterlichem Wind hatten wir schon auf der ganzen Strecke sicherheitshalber nur die Fock gesetzt, sodass das Handling relativ sicher funktionierte.

Also rein in den Mollösund und - schon war Ruhe im Schiff. Wir liefen, nachdem wir auch das Vorsegel weggerollt hatten, gemütlich, als wenn nichts gewesen wäre, in den Gästehafen ein und machten mit Mooring-Leine im Windschatten der Hafengebäude am Steg fest. 

Nun wurde erstmal das Städtchen erkundet und beim Fischer ein frischer „Seewolf“ erstanden. So war ein köstliches Abendessen schonmal gesichert.

Der verwinkelte kleine Ort lud mit seinen hübschen Häuschen und Gärten an jeder Straßenecke ein, stehen zu bleiben und ein Bild zu machen.

Nach der langen durchaus interessanten Anreise stellte sich beim Skipper hier zum ersten Mal in diesem Jahr so ein richtiges Urlaubs-Wohlfühl-Feeling ein. Hier wollten wir so schnell nicht wieder weg.

Kalkerön:

So fuhren wir, nachdem wir uns beim örtlichen Kaufmann umfassend versorgt hatten, dabei noch durch eine kleine Boutique gestöbert waren, am nächsten Tag erst gegen Mittag los, um uns nur eine kleines Stück - vielleicht 15 Sm - entfernt in einer vor den 5 BF aus Westen gut geschützten Bucht vor Heckanker an einen Fels zu parken. Hier konnten wir unsere Kanus aufzupusten und wie die Indianer auf ihren Einbäumen die Bucht durchstöbern. Von den 2,50 hohen Wellen, die für heute im Skagerrak angesagt waren, merkten wir hier zwar nichts.

Aber so windgeschützt war die Bucht denn auch nicht, so dass die Nacht doch etwas unruhig wurde. Die Kanus hatten wir zum Felsen hin neben dem Schiff an der Reling vertäut, sodass sie uns ein Bisschen wie dicke Fender abfedern konnten.

Als wir morgens aus den Kojen krabbelten, und in der Plicht unseren Morgenkaffee genossen, wobei immer der Wetterbericht studiert und ausgewertet wurde, stellten wir plötzlich fest, dass neben unserem Schiff nur noch ein Kanu schwamm. An der Stelle des 2. Kanus hing nur noch das Anlegeende ins Wasser. Offen­sichtlich hatte sich der Palsteg gelöst und dem Gummiboot nachts unbemerkt die Freiheit geschenkt.

Wo war es wohl hingetrieben?

Wir beschlossen, uns mit dem anderen Kajak einfach auch mal treiben zu lassen und zu schauen, wo wir hingetrieben würden. Hier war die Chance vielleicht gegeben, das erste Bootchen zu finden. Pütti machte sich klar für die „Treibjagd“, während ich ablegte und mit Dabdeh in einigem Abstand hinter ihr her dampfte. Wie sich rausstellte eine nicht ganz ungefährliche Odyssee.

Nicht, weil etwa Untiefen, Felsen oder andere Hindernisse wie Stellnetze uns zu nahe kamen. Nein, sondern später, als wir nach einer guten Stunde die Operation erfolglos abbrachen, stellte sich heraus, dass es bei 5 Windstärken gar nicht so einfach war, auf „freier Wildbahn“ aus dem Kajak wieder an Bord zu kommen. Über die Badeleiter am Heck war nichts zu machen, da Kajak und Heck zu ungleichmäßig gegeneinander schlugen. Ich versuchte also Pütti auf die ruhige Leeseite ans Schiff zu bekommen. Hier schaffte sie es, nach einigem missglückten Versuchen, dann doch aus dem wackeligen Gefährt über die Reling in die sichere Plicht zurück zu kommen.  Unser 2. Kajak blieb allerdings verschollen. Wir hoffen, dass es vielleicht von einem Kind gefunden wurde, was sich jetzt daran erfreut.

Norra/Södra Nördön    

Leider musste es ab jetzt wieder Richtung Heimat gehen, der 16. Reisetag war angebrochen. Um eine ganze Menge nur sehr sporadisch ausgeprickter Kurven und Ecken suchten wir uns den Weg durch den Stigfjorden und den Skåpesund

vorbei an Gullingen, Hjälteby und Almösund bis hinein in den Stenungsund. Hier kreuzten wir gegen einen kräftigen SW nach Süden, um Älgöns Naturreservat herum zunächst bis in den großen nördlichen Hafen von Nördön.

Der „hübsch gelegenen ruhigen Hafen“ stellte sich als ein riesiger, öder Parkplatz für Yachten heraus. Hier konnte man lediglich einigermaßen geschützt liegen, mehr aber auch nicht. Wir meldeten uns brav beim Hafenmeister, der uns sehr freundlich mitteilte, dass es leider hier keine freien Gastliegeplätze gäbe und wir nach nebenan in den Hafen Södra Nördön umziehen müssten. Gesagt getan, nur hier war es mindestens so öde, dafür lagen wir direkt neben der Straße, die nach Marstrand führte. Nun ja, zum Schlafen, Duschen und Frühstücken reichte es, dann waren wir hier auch schnell wieder weg!

Nein, nicht ganz so schnell wie vorgesehen verließen wir diesen nicht sehr einladenden Ort, da wir vorher unser Vorstag reparieren mussten. Bei der täglichen Kontrolle stellte der Skipper fest, dass eine der 2 Schrauben, die das Vorstag am Bug festhalten, abgebrochen war. - 

Das hätte leicht ins Auge gehen können!  Wir ersetzten sie durch einen neue, etwas stärkere, kontrollierten die andere Seite und waren daraufhin wieder flügge.

Tången /Styrsö

Ab jetzt war angesagt, die westschwedische Küste wieder nach Süden zu segeln. Die Hauptrichtung war also SSO. Mit einem SW wäre das wunderbar zu machen gewesen, doch just ab heute drehte der Wind und kam – aus SO. Trotzdem schafften wir es noch, bis zu den nördlich von Björkö gelegenen kleinen Inselchen hart am Wind mit Segeln zu kommen, dann war für die nächsten 16 Sm das 30 PS Leichtmetallsegel wieder gefragt. An Björkö westlich vorbeifahrend genossen wir nochmal die Bilderbuch-Häuschen auf Knippla und Hälsö bevor wir durch den südlichen Kalvsund in die Haupteinfahrt nach Göteborg einbogen.

Die Großstadt reizte uns nicht, schließlich kamen wir aus einer solchen. Daher über­querten wir den Abzweig in die Stadt und suchten uns in der Inselwelt etwas südlich des Göteborger Hauptfahrwassers am Nordufer von Styrsö in Tången das nächste Quartier.

Man liegt hier am nördlichen Gästesteg etwas ungeschützt vom Durchgangsverkehr, durch den Sund. Diesen Hinweis hatten wir etwas unterschätzt, da der intensive Fährverkehr doch für eine Menge Schwell und Kabbel­wasser sorgte.

Varberg:

Bei einem ordentlichen SW ließ sich gut an der schwedischen Küste entlang Richtung Varberg segeln. Wir schafften in 8 Stunden laut Logge knapp 50 Sm. – Na gut, die Logge hat etwas geschummelt, wie wir am Ende der Reise rausbekamen, aber nur etwas!

Die Windhose, die sich vor uns am Himmel zusammenbraute, löste sich zum Glück, bevor sie uns erwischen konnte wieder auf.

Der Wetterbericht verhieß uns am nächsten Tag nichts Gutes: im Skagerrak Süd 6-7 im Kattegat immer noch Süd 6 auf SW drehend machte uns klar, dass wir so jedenfalls nicht in den Sund einlaufen könnten. Aber es sollte zumindest in den nächsten Tagen weniger werden.

Wir legten einen Hafentag ein und erforschten ein wenig die Stadt und ihre Umgebung. Mit einem großen Softeis im strömenden Regen durch die Festung zu laufen, brachte uns bei einigen Leuten ein mildes Lächeln ein: Die spinnen die beiden Alten! Uns hat´s geschmeckt!

Kreuzschlag nach Anholt:

SW 4-5 auf Süd drehend, war tags drauf auch keine Traum-Ansage. Wir hatten keine Lust in den Sund zu kreuzen. Andererseits kamen wir wahrscheinlich gar nicht darum herum. Wir beschlossen, einen großen Kreuzschlag Richtung Anholt zu machen, und am nächsten Tag mit einem Holeschlag von Anholt aus in den Sund zu marschieren. Unsere sehr netten Nachbarn in Varberg schüttelten etwas die Köpfe, als sie von unseren Plänen hörten. Sie wollten unter Motor weiter nach Süden dampfen. Ok., auch ´ne Option.

Noch ein Bisschen unentschlossen segelten wir uns von der Küste frei und merkten, dass das heute die absolut richtige Entscheidung war. Abends gegen halb acht war die Insel erreicht. Wir schlichen uns von Norden an und kürzten ein wenig ab, indem wir etwa in der Mitte der nordwestlich vorgelagerten Untiefe hindurch­schlüpften. - Ein leerer Hafen, an dessen Stegen man längsseits liegen konnte, erwartete uns. Dazu ein wunderschöner Sandstrand – völlig leer.

Kein Wunder, es war lausig kalt!

Mölln / Kullen:

SW 5 vorübergehend etwas zunehmend mit Schauerboen und 1,5 m Welle war die Ansage für den nächsten Tag. – Na ja, kommt man gut voran! Für die 55 Sm bis unterhalb von Kullen brauchten wir 8,5 Stunden. „Dabdeh“ musste sich mächtig anstrengen – und seine Besatzung auch. Aber pünktlich zum Abendbrot war der kleine Hafen von Mölln unterhalb der Nord­spitze von Kullen erreicht.

Leider war der knuffige Hafen bis auf einen Kiosk und ein Fischimbiss/-restaurant schon recht ausgestorben. Aber die hübsche Umgebung und die ganze Hafen­anlage machten den Eindruck, dass hier in der Saison wohl mächtig was los sein könnte.

Morgens nahmen - wir wie eigentlich an jedem Morgen - an 3 neuralgischen Stellen Wasser aus dem Schiff. Es war nie viel, aber ständig lief ein wenig nach. Ganz achtern schwappte es bei Seegang und langer Motor­fahrt aus der Ruderanlage (1/2 ltr). In der Motorbilge war noch mal ein 1 ltr. und heute aus unerfindlichen Gründen auch 1,5 ltr. im Vorschiff. Seit wir vor allem die beiden Stellen im Achterschiff regelmäßig kontrollierten, war unser Schiff im Übrigen trocken.

Der Sund:

… ist lang! Allein, bis man ihn erreicht hat, und die Enge von Helsingborg/-ör. passieren kann, braucht es von Kullen doch 3,5 Stunden. Bei ssw-lichen Winden mussten wir zunächst kreuzen, dann blieb genau vor der Quer­passage zwischen den Häfen der Wind komplett weg, sodass wir uns mit Motor vor den aus und einlaufenden Fähren in Sicherheit brachten.

Kurz nördlich der Insel Ven wurden wir plötzlich von 3 Gewitter­schauern gleichzeitig umzingelt.  Einer lief kurz vor uns durch, aber die Freude darüber, dass er uns nicht erwischt hatte, dauerte nur kurz. Innerhalb von einer halben Minute drückte uns der zweite mit 26 kn aufs Wasser, während uns der Dritte dann einmal komplett abspülte. Wir fühlten uns wie im Vollwaschgang.

Südlich von Ven wurde es dann wieder ruhiger und der Wind drehte auf brauchbare SW mit 6-8 Knoten. Wir nutzten ihn bis zum Dunkel- werden aus, um bei Sonnenuntergang die Sund-Brücke zu passieren.

Gespenstisch kurbelten die langen Arme der Windräder des großen Windparks südlich der Brücke in der Abenddämmerung.

Schon im Dunkeln peilten wir das letzte Stück der Passage bis zum Falsterbro-Kanal an. Die vielen Lichter dort, wo er liegen musste, waren schon etwas verwirrend und wir versuchten die für uns Wichtigen von den Unwichtigen zu unterscheiden. Plötzlich rauschte ein recht helles Licht auf Steuerbord in einer Höhe von vielleicht 8 m an uns vorbei. Es war ein Leuchttürmchen auf unserem Weg.

Da die Bojen, die die Fahrrinne begrenzen, nicht beleuchtet waren, mussten wir uns voll auf die Molenfeuer und die Brücken­beleuch­tung konzentrieren, um genau in der Mitte der Fahrrinne zu bleiben und nicht mit einer der Tonnen zu kollidieren.

Urplötzlich tat sich die Öffnung des Vorhafens auf und wir waren drin in Höllevik, bargen kurz nach 22:00 Uhr die Segel und suchten uns ein Plätzchen für die Nacht am Steg.

Mit solchen großen Sprüngen konnten wir es ja vielleicht doch noch schaffen, pünktlich in Berlin zurück zu sein!

Saßnitz:

Zum weiterkommen Richtung Heimat mussten wir am Morgen die Brücke über den Falsterbro-Kanal passieren. Lt. Hafenhandbuch öffnete sie stündlich außer 8:00 Uhr. Wir beschlossen also die Öffnung um 9:00 Uhr zu nehmen.

Die Brücke öffnete um 8:00! – natürlich ohne uns. Und dann 2-stündlich, wie ein digitales Laufband an einem großen Monitor verriet. Also wurde es 10:00 Uhr bis wir aus Höllevik weg kamen.

Hart gegen an bei 13 – 18 Kn aus SSW war die Überfahrt eher zügig, immer gerefft, teilweise auch mit etwas eingedrehter Fock und Wellen bis an die 2 m. Bis wir die Nordostecke von Rügen erreicht hatten. Entgegen der Voraussage ließ der Wind gegen Abend nach und drehte auf West, sodass wir gemächlich im Windschatten der Insel um die NO-Huk herum shippern konnten und im Sonnenuntergang mit einem Hauch von Wind an der Bucht von Saßnitz vorbei bis zur Hafeneinfahrt trieben.  Ein herrlicher Ausklang für diesen Tag!

Im letzten Tageslicht legten wir an einem der ersten noch freien Stege an, indem wir mit dem Geschick von Texanischen Cowboys die Anlege­enden über die viel zu hohen Heckpfähle bugsierten.  Am nächsten Morgen merkten wir, dass diese Stände besonders groß und daher auch besonders teuer waren. Die Stände für Unsereins lagen etwas weiter östlich und wären passender und um einiges günstiger gewesen. – Man gönnt sich ja sonst nichts!

Die Sanitäranlagen, die bis dato in einem Hinterzimmer im EG des Hafenbüros lagen, sind inzwischen samt Hafenmeisterbüro umgesiedelt in die erste Etage, ganz neu, sehr schön, aber nicht sehr praxisgerecht. – Die Duschen lauwarm und mini dafür riesige WCs mit quietschenden Türen.

Swinemünde:

…liegt südöstlich von Saßnitz, folglich kam der angesagte Wind aus SO, - zunächst aber mit 1-3 Knoten, sodass der Diesel uns wieder weiterbringen musste. Nach passieren der Greifswalder Oie drehte er auf OSO und außerdem etwas auf. Wir konnten segeln! 12 Knoten erforderten recht schnell das 1. Reff aber es lief mit einem langen Holeschlag bis kurz vor Henningsdorf. Eine Wende und ein kurzer Gegenschlag und wir konnten bei einem inzwischen auf O drehenden Wind immer besser die Hafen­einfahrt von Swinemünde anlegen. Gegen 18:00 Uhr hatten wir den polnischen Seehafen seglerisch erreicht und warfen den Motor an, um weiter Richtung Kaiserfahrt zu fahren.

Auf dem Haff angekommen, war nur noch ein leiser Hauch von SSO vorhanden, den wir aber ausnutzten, um in der Abendsonne noch ein bisschen übers Haff zu segeln. Schließlich wurde es dunkel und wir östlich der Fahrrinne immer mehr in die Stellnetze gedrückt. Bevor wir sie nicht mehr erkennen konnten und uns beinah in ihnen verfangen hätten, entschlossen wir uns, dann doch den Motor anzuschmeißen und auf den rechten Pfad der Tugend mitten durchs Haff zurückzukehren.

Gegen 22:00 hatten wir schließlich Ziegenort erreicht und die Leinen fest - in einer völlig neu angelegten Marina!

Seit 2 Monaten, erklärte uns der stolze Hafenmeister hinter seinem Computer, wäre jetzt alles neu und in Betrieb!

Kein vergammeltes altes Clubhaus mit lockerem Bojen-Feld und stinkigen Klos mit geklauten Armaturen – Nein! – Super renoviertes Clubhaus mit wunderbaren Schwimm­stegen, Wasser und ELT – Versorgung und sauberen neuen Duschen und WCs!

Hier kann man wieder hinfahren!

Morgens saugten wir uns an der Tankstelle nochmal ordentlich voll für die Motorstrecke nach Berlin und legten ab in Richtung Stettin. Im Hafen des ASC endet der offizielle Teil der Seereise wohlbehalten gegen 13:45 Uhr, sodass wir noch genügend Zeit fanden, den Mast zu legen und uns auf dem Heimweg über die Kanäle Richtung Berlin zu begeben.

Rückführung nach Berlin:

Nach einem Boxenstopp von knapp 2 Stunden ging es weiter, bis wir noch zu christlicher Zeit vor dem Abendessen Schwedt erreichen und von einer eifrigen Hafenmeister-Crew den letzten Platz rechts um die Ecke im Innenhafen zugewiesen bekamen.

Warum saßen die eigentlich am Grill auf der Wiese? Wir waren nicht so ganz sicher, ob diese illustre Truppe wirklich die Richtigen waren, um ihnen für heute das Hafengeld anzuvertrauen. Nach einem kleinen Klönsnack stellte sich heraus, die ganze Familie des Hafenmeisters hatte das schöne Wetter genutzt, um den Job heute mal im Freien zu erledigen. Also alles ok.

Nächster Zwischenstopp war - nach Passieren von Schleuse-Hohensaaten und Schiffs­hebe­werk Niederfinow - der kleine Hafen von Marienwerder. Eigentlich war es noch etwas früh für eine Übernachtung. Daher füllten wir unseren Tank mit frischem Wasser, genossen auf der Terrasse ein kühles frisch Gezapftes und einen leckeren Eisbecher, und legten wieder ab, um noch ein paar Meilen Richtung Berlin gut zu machen. Im alten Malzer Kanal kurz vor Schleuse Lehnitz schlugen wir für heute unser Nachtlager auf, indem wir an einem alten rostigen abgewrackten Kahn am Ufer längsseits gingen.

Mit der ersten Sportbootschleusung passierten wir am nächsten Morgen gegen 9:30 Uhr die Schleuse Lehnitz, nahmen ein Bad im Lehnitzsee und erreichten pünktlich zum frühen Nachmittag unseren Heimatverein SVST, wo die ganze inzwischen zahlreiche Familie die glorreichen Seefahrer erwartete.   

Resümee:

Ein wunderbarer Rund-Törn von rd. 735 SM um das Kattegat ging zu Ende. Unsere „Dabdeh“ hat sich auch bei Windstärken um 6 - 7 Bf. wacker geschlagen. Allerdings war das Wetter in diesem Jahr eher suboptimal. Von Klima­erwärmung konnten wir im Kattegat jedenfalls nichts spüren.  So konnten auch wegen widriger bzw. nicht vorhandener Winde nur 73% der Strecke gesegelt werden.  200 SM musste uns der Diesel voranbringen, der dies in diesem Jahr wieder klaglos machte.

Unter dem Gesichtspunkt, dass beim Segeln der Weg das Ziel ist, war es trotzdem eine wunderbare Reise, allerdings wünschen wir uns für´s nächste Mal mehr Zeit für die Ziele. Um die herrliche Schärenlandschaft zu genießen, ist die Anreise doch sehr lang – wir brauchen einfach mehr Zeit. Als Rentner werden wir es im nächsten Jahr genießen, erst dann weiter zu segeln, wenn wir in aller Ruhe das erreichte Ziel ausgiebig erkundet haben.

Hier ein kurzer Positionsreport von der DABDEH (Stand 11.08.2019):