Seesegeln

SVSt unterwegs - Seeblogs, Fahrtensegeln, Fahrtenwettbewerbe, Seereisen
Jürgen Küpper

Jürgen Küpper

Kalmar war während des Mittelalters von großer strategischer Bedeutung bis es 1680 seine militärische Führungsrolle an den neuen Kriegshafen verlor. Sehenswert sind unter anderem der Barockdom, die Burg, Schlosspark mit Modern Art Museum, Gamlastan: Altstadtgassen mit schönen Holzhäusern und Blumengärten. Das Länsmuseum zeigt Schätze des mittelalterlichen Kriegsschiffes „Kronan“. Das Schiff, doppelt so groß wie die „Wasa“, ging 1676 bei einer Verfolgung durch eine dänisch-holländische Kriegsflotte an der SE-Spitze Ölands mit 800 Mann unter.

Die beliebte Insel Utö wird ´von vielen Fähren und Seglern angelaufen. Die Hafenmanöver laufen ruhig und gelassen ab, ohne laute Worte. Es herrscht eine lockere, fröhliche Atmosphäre. Von einer holländischen Mühle hat man einen schönen Blick über Utö und den Schärengarten. Der Heimatverein unterhält ein kleines Museum, das über die Geschichte und den Eisenerzbergbau informiert. Am nächsten Morgen haben wir ein kräftezehrendes Manöver, um unseren Heckanker freizukriegen. Jürgen baut später das schwere Heckankergeschirr um. Er tauscht den 15kg Bruce gegen einen 11kg Bügelanker. Der 10m Kettenvorlauf wird mit 10m Bleileine ersetzt. Für diese Region ist das allemal ausreichend!

Restaurantbesuche sind zu teuer, deshalb ist meist Selbstverpflegung angesagt, zB. Frischer , in Butter gebratener oder geräucherter Lachs mit dunklem, leicht süßlichem Brot. Ungewöhnlich aber lecker! Sauer eingelegte Gurken gibt’s vom Spreewald, über Polen, baltische Länder bis hier her.

Weiter geht’s über das betonnte Schärenfahrwasser zur südwestlichen Stadt Finnlands : Hanko.

Von Lohusalu gibt es gute Busverbindungen in die Estnische Hauptstadt Tallinn, die seit 1285 unter dem Namen „Reval“ zur Hanse gehörte. Die gesamte Altstadt gehört zum Unesco Weltkulturerbe. Die alte Stadtmauer mit ihren 26 Türmen ist fast vollständig erhalten geblieben. Auf dem Domberg steht u.a. das Schloss Katarinas II, heute Sitz des estnischen Parlamentes. Gegenüber steht die Alexander-Nevski-Katedrale, als Zeichen des russischen Herrschaftsanspruch gebaut. Von 2 Aussichtsplattformen hat man wunderschöne Aussicht über die mittelalterlichen Stadtviertel bis zur großen Bucht. Historischer Kern der Stadt ist der Rathausplatz mit dem gotischen Rathaus (1402-1404). Gegenüber liegt die bemerkenswerte Rathausaphoteke, 1422 erstmals erwähnt, seit über 600 Jahren durchgehend im Betrieb. Die prächtigen Häuser der Kaufmanns-und Handwerkergilden zeugen vom Reichtum und der Bedeutung der Stadt.

Von der Danziger Bucht bis Klaipeda/Litauen waren wir knapp 23 Std unterwegs. Meist mußten wir motoren. Dabei wurden wir durch den in Danzig erworbenen neuen elektrischen Steuermann unterstützt. Abends wurde vor unserem Ziel der Nebel so dicht, dass man keinerlei Molenfeuer erkennen konnte. Also haben wir in Strandnähe vor dem Hafen geankert. Ein Besuch des kurischen Haffs und der Nehrung per Boot und Bus waren äußerst interessant. Die riesigen Wanderdünen und auch das Thomas Mann-Sommerhaus, frisch restauriert! Bei starkem Sturm lagen wir sicher im Kastellhafen!