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11.07.2016

Danzig - Lohusalu

geschrieben von
Westlich Lohusalu Westlich Lohusalu

Auf unserer Segelrundtour durch die Ostsee sind wir – die SY Juella und die SY PrimaDonna, gemeinsam bis Danzig auch mit der SY Julius – in einem kleinen Hafen kurz vor Tallinn angekommen. Unsere Fahrt führte uns von Swinemünde entlang der polnischen Küste nach Kolberg, Darlowo und Leba, an der Halbinsel Hel entlang ging es dann in die Danziger Bucht nach Hel und weiter nach Danzig, einem Höhepunkt unserer bisherigen Reise.

Danzig, eine imposante, sehenswerte Stadt! Unser Liegeplatz befand sich direkt gegenüber dem historischen Krantor. Die Altstadt (ältester Teil von Danzig) und die „neuere“ Rechtsstadt (13. / 14. Jahrhundert) ließen uns staunen – ob der Bauwerke, der grandiosen Architektur als auch der guten, liebevollen Restaurierung. Für einen Überblick sind wir dann auch 405 Stufen auf den Turm der Marienkirche, dem höchsten Turm der Stadt, gestiegen.

Es ist hingegen noch etwas ungewohnt, dass es um Mitternacht noch hell ist und eigentlich gar nicht richtig dunkel wird.

Das Wetter war bisher hochsommerlich warm. Hin und wieder hatten wir kurze Schauer. Plötzlich auftretender Nebel war allerdings auch dabei: Nach einer Fahrt von Hel nach Klaipeda von fast 23 Stunden empfing uns pottendicker Nebel, so dass wir vor der Hafeneinfahrt ankern mussten (ein wirklich sonderbares Erlebnis); am nächsten Vormittag erhielten wir dann einen wunderschönen Liegeplatz im Festungsgraben der Memelburg.

Überall haben wir bislang nette, hilfsbereite, freundliche Menschen getroffen.

Weitere Zwischenstopps haben wir gemacht in

- Klaipeda (Litauen): modern, jung, elegant, viel restaurierte Bausubstanz, charmante Stadt

- Liepaja (Lettland) hat einen ganz anderen Charakter. Die Architektur ist russisch beeinflusst, es gibt viel alte Bausubstanz, ein Nebeneinander von verschiedenen Jahrhunderten. Alles ist etwas einfacher.

- Pavilosta: kleiner schicker, wohlhabender Ort mit einem perfekt deutsch sprechenden Hafenmeister

- Ventspils: Nebeneinander von Jugendstilhäusern, russisch geprägter Architektur in unterschiedlicher Hinsicht, Resten sozialistischen Charmes, verfallenen Gebäuden aus früheren Epochen (unter Denkmalschutz) und modernen Gebäuden, durchsetzt mit sehr gut gestalteten und gepflegten Grünanlagen. Die Stadt ist aufgrund der Ölverladung wohlhabend, was man durchaus anhand verschiedener Parks, Museen, weiterer Anlagen und Skulpturen sehen kann.

Während unserer Fahrt entlang der polnischen, litauischen und lettischen Küste lagen immer kilometerlange, weiße, menschenleere Strände rechts neben uns – ein sehr einheitliches Bild.

Unsere Reise führte uns dann durch Estland.

- Der erste estnische Hafen war Möntu im äußersten Südwesten von Estland, ein kleiner, eigentlich unbedeutender Schutzhafen an der Südspitze der Insel Saaremaa, landschaftlich wunderschön gelegen.

- Danach folgte ein Aufenthalt in Kuressaare, einem Kurort mit wundervoller zaristischer Bäderarchitektur und einer gut erhaltenen, mächtigen Bischofsburg mit sehenswertem Museum und gut aufbereiteter Ausstellung.

- Zur Abwechslung besuchten wir dann zwei Häfen, die „Natur pur“ boten: Köiguste auf Saaremaa und Lounaranna auf der Insel Muhu.

- Und dann war wieder Bäderarchitektur in Haapsalu angesagt. Die Fahrt dorthin dauerte mehr als neun Stunden und war navigatorisch zum Teil recht anspruchsvoll. Dafür wurden wir in diesem bildschönen Ort mit einer Ruine einer gewaltigen Bischofsburg, einem prachtvollen Bahnhof von 1907, einer Domkirche, recht gepflegten Promenaden und einem hölzernen Kurhaus aus dem 19. Jahrhundert entschädigt. Und nicht zu vergessen: eine „Musikbank“ und Erinnerungen an Tschaikowski, der hier in seinem Sommerhaus komponierte.

- Jetzt sind wir in Lohusalu, einem kleine Ort auf einer Halbinsel in der Nähe von Tallin. Wir sahen bislang sehr große weiträumige Villen, von denen wir annehmen, dass sich dort wohlhabende Talliner Bürger niedergelassen haben.

Die Landschaft hat sich geändert: es gibt keine kilometerlangen Sandstrände mehr, dafür viele große Steine, ausgedehnte Schilfgürtel, Kiefern-Wacholder-Wälder und an manchen Stellen Steilküsten.

Mit uns fahren auf dieser Route ca. 8 bis 10 Yachten, mit denen wir uns von Zeit zu Zeit wieder treffen.

Allerdings stellt sich jetzt eine Wetterverschlechterung ein: es wird kühler und der Wind hat sehr stark zugenommen. Nach Wetterbesserung werden wir in den nächsten Tagen versuchen, weiter nach Tallinn und dann nach Helsinki in Finnland zu segeln.

 

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