Seesegeln

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Ein Start zum Neuanfang

Fahrtenseglerabend der Kreuzerabteilung am 25. März 2017 im Hotel Maritim an der Friedrichstrasse

Fahrtenpreise zeichnen diejenigen aus, die Wagnisse des Segelns bestanden und ihre Abenteuer einer 14köpfigen Jury vorgestellt haben.

Frau Gabriela Thiele ist neue Chefin dieser Jury der Fahrtenwettbewerbe der Kreuzer Abteilung und wagte beim Fahrtenseglerabend einen mutigen Neuanfang.

„Zu viele langatmige Laudationes, keine Zeit zum Klönschnack, nicht mehr zeitgemäß“ lauteten die kritischen Äußerungen zum bisherigen Ablauf des Abends. Alle Fahrtensegler mit ihren Crews zufriedenzustellen, ist aber nicht trivial, denn sind doch ca. 60 eingereichte Reisen sowie die Sonderpreise in angemessenem Zeitrahmen zu würdigen und Besonderheiten hervorzuheben. Am Ende soll dann auch noch genügend Zeit zum Erfahrungsaustausch bleiben.

Der Abend startete deswegen früher als gewohnt bereits um 18 Uhr und wurde von einem Moderator geleitet. Zur Preisübergabe bat man nun die Skipper entsprechend des Fahrtgebietes gruppenweise auf die Bühne. Ein professioneller Film stellte jeweils einen dieser Seetörns kurzweilig mit Reiseroute und Bildern vor. Während der Pause konnte man aufstehen und sich an einem Buffet stärken.

Den Sonderpreisen wurde im letzten Abschnitt auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Segelroute, Bilder oder Filmausschnitte wurden wieder hervorragend medial zusammengestellt und die Preisträger mit ihren Crews anschließend zu ihren Erlebnissen lebhaft interviewt.

Zum Schluss gab es eine Tombola, bei der jeder nützliche Sachgegenstände gewinnen konnte, die von namenhaften Firmen gesponsert wurden. Mit dem Erlös aus den gekauften Losen wurde „Sunshine4kids „ e.V. unterstützt, ein Verein, der kostenlose Segelaktionen für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen durchführt.

Der SVSt war an diesem Abend mit 3 bzw. 4 Reisen erfolgreich vertreten:

Gudrun Honnef Kategorie See - Silber  
Peter Ludwig Kategorie See - Silber  
Wolfgang Böhm Kategorie See - Gold Sonderpreis: Age Nissen Preis
Elias Struck (Crew) Kategorie Hochsee - Gold Sonderpreis: Commodore Preis

 

Zu Elias ist anzumerken, dass sich sein Besuch des letzten Fahrtenseglerabend vor einem Jahr in Hamburg gelohnt hatte, denn hier knüpfte er Kontakte und erhielt diese interessante Mitsegelgelegenheit bei einer Etappe. Sein Skipper, Dr. Guido Marx vom Segel-Club Rhein-Sieg segelte die "Playmobil" (eine Breehron 37) mit Unterbrechungen zu den Azoren und zurück und legte auf der Strecke Porto (POR) – Ponta Delgada (Azoren) die praktische Prüfung für den „Yacht Master Ocean“ ab, der britischen Variante vom Sporthochseeschifferschein. Hierfür muss das GPS tatsächlich abgestellt und nur mit Sextant navigiert werden. Wie passend, dass Elias kurz vorher seine SHS-Prüfung bestanden hatte, so war er selbst top vorbereitet.

Um 21:30 Uhr endete der offizielle Teil. Der anschließende Klönschnack ging bis spät in die Nacht.

Dieses Jahr wurde erstmals ein Buch mit Auszügen aus den Berichten jedes Preisträgers herausgegeben, damit andere Segler Inspiration erfahren und auch Ratschläge. Für Bewertungen reichen diese aber keinesfalls aus, denn die Jury beurteilt weit mehr Informationen.

Wer durch die Seiten dieses Buches blättert empfindet schnell, dass am Ende keine Medaille jemals die Erlebnisse und Erfahrungen jedes Einzelnen aufwiegen könnte. Keine Reise ist wie die andere. Kaum eine Reise geschieht ohne Hindernisse. Manchmal werden aus kleinen Fehlern sehr schwierige Situationen und es ist lehrreich zu lesen, wie diese mit guter Seemannschaft und bewundernswertem Einsatz und Durchhaltewillen gemeistert wurden.

Das ist der Kern des Fahrtenwettbewerbs, nämlich allen Seglern diese Lehrstücke der Realität zugänglich zu machen, von denen sonst kaum einer je gehört hätte.

 

Anmerkungen zu den Sonderpreisen

Der AGE Nissen-Preis wird für die beste Nordsee Reise vergeben.

Arndt Georg Nissen (AGE) war ein deutscher Hochseesegler, Maler und Grafiker (1907-1979).
Aufgewachsen als Sohn eines Malerehepaares an der Flensburger Förde war die Nähe zum Wasser bestimmend für seinen weiteren Lebensweg. Er spezialisierte sich auf Aquarelle und wurde bekannt durch seine Porträts von Segelyachten im Auftrag der jeweiligen Eigner. Als Segler überquerte er den Nordatlantik und war u.a. Teilnehmer der Olympia Atlantik Regatta von Bermuda zur Olympiade 1936 nach Kiel. Von 1930 -1970 war er Illustrator der Yacht und wirkte bei zahlreichen Büchern des Segelsports mit.

Der Commodore Preis wird für herausragende Leistungen im Fahrtenwettbewerb vergeben.

1988 hat Hans-Otto Schümann, dreifacher Admiral's-Cup-Gewinner und DSV-Ehrenpräsident, den goldglänzenden Sextanten als 'ewigen Wanderpreis für eine besondere Leistung im Fahrtenwettbewerb' gestiftet. (Ergänzung Webredaktion, Quelle: www.ndr.de) Bereits zwei Mal wurde dieser Preis an Skipper unseres Vereins verliehen: 1992 an Gerhard Aalburg und 1999 an Erich Danker


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