Regatten

Vom SVSt veranstaltete Regatten, Wettfahrtkalender

Liebe Folkebootseglerinnen- und segler!

Mit Ihrer Teilnahme an der vom SVSt ausgerichteten Berliner Meisterschaft 2017 und an der Geburtstagfeier zum 75jährigen Bestehen des Nordischen Folkebootes helfen Sie ein Stück Geschichte zu schreiben.

Ganz besonders unterstreichen Sie mit Ihrem großen Aufgebot nicht nur die sportliche, sondern auch die kameradschaftliche Komponente des Segelns, besser gesagt, des Folkebootsegelns.

Samstag, 30. September 2017

Zum ersten Start geht es früh los, meist im Schlepp vom Stößensee bis zur Großen Breite. Bei Sonnenschein aber kühlem Wetter und Wind aus südöstlichen Richtungen um 3-4 Beaufort hat Wettfahrtleiter Jens Merda 3 Wettfahrten mit einer Zielkreuz geplant. Insgesamt werden 37 Folkeboote erwartet. Nach Sichtung und Zählung durch Gabi Danker umkreisen 35 Schiffe das Startschiff. Die Luvtonnen vor dem Westufer der Großen Breite und das Lee-Gate vor dem Deutsch-Britischen Yacht-Club auf der Kladower Uferseite werden von den eifrigen Motorbootfahrern ausgelegt. Abschließend wird noch die rund 400 Meter lange Startlinie mit der Starttonne platziert.
Vom blauen Himmel spiegelt sich die Sonne in der Farbe Gold auf dem Wasser. Die ersten Zugvögel zeigen sich kreischend am Himmel und fliegen in Richtung Süden. Ein Segelwetter zum Verlieben. Einige Minuten vor dem Start sammeln sich alle Boote aufgeregt vor der Startlinie.
Um 11:05 Uhr ertönt das Startsignal. Es werden jeweils drei Runden plus der abschließenden Zielkreuz gesegelt. Einer der ersten an den Luvtonnen ist der Heimmatador Andreas Blank vom Segler-Club Gothia. Mit idealen Kreuz- und Vorwindkursen werden heute insgesamt drei Wettfahrten gesegelt. Da hat jeder seine Chancen. Rund 6 Stunden waren die Segler in Aktion und hatten bei dem schönen Wetter und stetigem Wind Gelegenheit, ihre Kondition und ihr Können zu beweisen. Kein Protest war am Schluss des Tages zu verhandeln und nur einmal mussten die Boote nach dem "Allgemeinen Rückruf" erneut starten.

Am Abend wurden die Seglerinnen- und segler im SVSt-Vereinshaus begrüßt und mit einem gelungenen Buffet verwöhnt.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Die Ausläufer von Tief Victor greifen in abgeschwächter Form auf unser Gebiet über und sorgen für graues Wetter und etwas Regen. Der Wind weht schwach mit 2-3 Beaufort aus westlicher Richtung. Da haben vor allem die Leichtwetterspezialisten eine Chance auf dem mit einer Schenkellänge von 0,6 Seemeilen langen Kurs.
Bei Nieselregen starten um 11:50 Uhr die Boote zur 4. Wettfahrt und bereits um 13:10 Uhr wird zügig die 5. Wettfahrt gestartet.

Nach den Wettfahrten treffen sich alle Seglerinnen und Segler, SVSt-Mitglieder und Gäste zur Festveranstaltung anlässlich des 75. Geburtstags des Nordischen Folkebootes im Vereinshaus.   

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden und Sportwart des SVSt, Harry Gluch hält der 1. Vorsitzende der Deutschen Folkebootvereinigung (DFV), Dr. Johannes Thaysen aus Schleswig seine Festrede. "Mehr Boot braucht kein Mensch." - unter dieses Motto hat die DFV das 75. Jubiläumsjahr gestellt. Was steckt hinter diesem Satz? Werte wie Traditionspflege, Identitätsstiftung, Kameradschaft, Fairness und Gemeinschaftserleben.
Mit einem kurzen Ausblick auf die Zukunft des Folkebootes betont Thyasen, dass die Nachwuchsförderung das Gebot der Stunde ist. Das Folkeboot hat und wird seinen festen Platz unter den Bootsklassen behalten, denn die Folkebootsegler brauchen es für ihr Leben. Man braucht dringend Anbieter für bezahlbare Neubauten, und nicht nur Edelbauten für die Silver Ager. Das mit knapp 60 Jahren relativ hohe Durchschnittsalter der Folkebootsegler und der geringe Nachwuchs stellt die Folkebootszene vor große Herausforderungen.
Abschließend appelliert der DFV-Vorsitzende an die Folkebootsegler nach dem Motto: "Fragt nicht, was die DFV oder die Flotten für Euch tun, fragt, was Ihr selber für das Folkeboot tun könnt. Engagiert Euch!"
Danach spricht Reiner Quandt für den Deutschen Segler-Verband ein Grußwort.

Erich Danker überreicht dem SVSt für sein Engagement und den Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer ein von ihm in den Vereinsfarben rot und weiß gemaltes Bild mit dem Namen "Folkeboote" zum 75. Jubiläum des Folkebootes.

Montag, 2. Oktober 2017

Heute berichte ich vom Zielschiff, dem Motorboot ESIKO von Willi und Dagi Rennecke.

Anfangs scheint die Sonne, bevor von Nordwesten her kompakte Wolken aufziehen und am frühen Nachmittag Regen einsetzt. Dabei frischt der Süd- bis Südwestwind mäßig auf.
Um 10:35 Uhr starten 33 Boote zur 6. Wettfahrt. Es weht ein frischer bis starker Wind mit 5-6 Beaufort aus südlichen Richtungen. Auf der Kreuz segeln die Boote hart am Wind und berühren oft mit dem Süll das Wasser. Nach 2 Runden plus der Zielkreuz segelt bereits nach 23 Minuten das erste Boot durch die Ziellinie. Die gesamte Bahnlänge beträgt immerhin rund 3 Seemeilen.
Bereits um 11:35 Uhr erfolgt der 2. Start zur 7. Wettfahrt, doch es folgt sogleich ein "Allgemeiner Rückruf" weil einige Boot ihre Nase zu früh über die Startlinie gesteckt haben. Inzwischen kontrolliert die Wasserschutzpolizei das Regattafeld, greift aber nicht ein. Alles ist OK. Erneut lässt Wettfahrtleiter Jens Merda um 11:45 Uhr die Boote starten und was nun? Wieder erfolgt ein "Allgemeiner Rückruf" aller Boote. Nach dem Motto: Alle guten Dinge sind drei, erfolgt um 11:53 Uhr der 3. Start zur 7. Wettfahrt. Gespannt warte ich auf einen erneuten Rückruf aller Boote. Tatsächlich erfolgt nur der Einzelrückruf eines Bootes, das somit nicht an dieser Wettfahrt teilnehmen darf.
32 Folkeboote segeln nunmehr am Zielschiff durch die Ziellinie und die Wettfahrt ist um 12:50 Uhr beendet. Um 13:25 Uhr starten die Boote zur 8. und damit letzten Wettfahrt. Das Feld der Boote ist weit gefächert und ein Boot "kauft" sich ein Grundstück an der Kladower Uferseite.
Das erste Boot rundet um 13:41 Uhr die Tonne 1. Jens Merda hat die Bahn abgekürzt  und lässt den Zieldurchgang zwischen der Luvtonne 1 und dem Zielschiff auslegen. Das letzte Boot segelt um 14:17 Uhr durch die Ziellinie und damit ist die Berliner Meisterschaft offiziell beendet.

Berlin verabschiedet seine Folkebootsegler mit schönem Wind und kräftigem Regen.

Was nun folgt ist die Siegerehrung der Berliner Meisterschaft der Nordischen Folkeboote.

  • 1. Platz: Boot GER 645 mit Steuermann Andreas Blank vom Segler-Club Gothia mit seiner Crew Alexander und Svenja Loerke, beide Segler-Vereinigung Tegel.
  • 2. Platz: Boot GER 905 mit Steuermann Udo Pflüger (VSaW) mit seiner Crew Theodor Gringel und Sven Müller beide VSaW.
  • 3. Platz: Boot GER 730 mit Steuermann Stefan Klabunde von Segler-Club Gothia mit seiner Crew Martin Zenker (CKA) und Alexander Prokopetz (SCG).

  Die komplette Ergebnisliste finden Sie als pdf zum Download unter Regatten > 30.09. - 02.10.17 BM N. Folkeboote > Ergebnisliste30.09. - 02.10.17 BM N. Folkeboote > Ergebnisliste

Die Seglerin und die Segler aus dem SVSt haben in diesem starken Feld sehr gut abgeschnitten. Irene Stützel segelte als Vorschoterin auf dem Boot GER 1096 und erreichte damit den 12. Platz. Das Boot GER 560 mit Steuermann Klaus - "Klö" - Löffler (SVSt) erreichte den 15. Platz von 36 gewerteten Folkebooten. Als Vorschoter auf dem Boot GER 585 wurden Werner Lass 27ter und Knut Stützel 29ter und last but not least ersegelten Manuel Pfofe mit Kai Wendler und Evelyne Müller-Pfofe den 35. Platz. 

Nach der Siegerehrung wurde quer durch die Mannschaften einhellig die Meinung laut: Da gibt es nichts zu meckern - wir kommen gern wieder nach Berlin.

Da kann man nur sagen: Bravo SVSt!